Übersetzungsfallen

Ich lebe nun schon seit neun Jahren im Ausland und spreche mehr Englisch als Deutsch. Manchmal schleichen sich kleine interkulturelle Fehler in meine Texte ein. So habe ich den Hauptdarsteller in meinem Romanmanuskript am Dezemberanfang einen Weihnachtsbaum schmücken lassen. Das ist hier in England völlig normal, aber mir viel erst beim Gegenlesen auf, das in der Deutschland der Weihnachtsbaum erst am Heiligen Abend ins Wohnzimmer kommt. Und mein Held lebt nun einmal in einer deutschen Großstadt und nicht in einer englischen Grafschaft. Also habe ich kurzentschlossen den Tannenbaum gegen einen Adventskranz ausgetauscht. Der ist etwas weniger bombastisch, aber immer noch festlich.

Manchmal – selten, zum Glück – übersetze ich völlig falsch aus dem Englischen ins Deutsche. Da schreibe ich dann zum Beispiel: Er brauchte das Badezimmer (He needed the bathroom – Er musste auf die Toilette gehen) oder Ich habe neue Freunde gemacht (I made new friends  – Ich habe neue Freundschaften geschlossen).

Eine andere Herausforderung, die alle Expats kennen, ist es, dass ich tagsüber im Büro auf einer englischen Tastatur schreibe – QWERTY genannt nach der Reihenfolge der Buchstaben in der obersten Reihe. Abends zu Hause stelle ich meinen Laptop auf die deutsche QUERTZ-Tastatur um. Ich möchte schließlich auch Umlaute in meinem Text haben. Wie oft ich dabei beim Tippen Y und Z verwechsele, sage ich nicht. Aber für mein Gehirn wird es bestimmt ein gutes Training sein.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Deutsch-Englisch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s