Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes

„This city is a sorceress, you know, Daniel? It gets under your skin and steals your soul without you knowing it.“

(Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes)

Zum ersten Mal habe ich Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón gelesen, als er gerade erst auf Deutsch veröffentlicht worden war. Das muss ungefähr um 2004 herum gewesen sein. Ein schauerlich-schöner Roman über Einsamkeit und über Bücher, und über Geschichten innerhalb von Geschichten. Ich selber würde den Roman als Gothic fiction einstufen, ob das andere auch so sehen, weiß ich aber nicht. Wie auch immer. Der Roman spielt in Barcelona, und die Beschreibung der Stadt trägt viel zur dunklen Atmosphäre des Buches bei.

Ein paar Jahre, nachdem ich den Roman gelesen hatte, bin ich zum ersten Mal für ein paar Tage nach Barcelona gereist und habe in einer kleinen Jugendherberge mitten im gothischen Viertel gewohnt. Im Mehrbettzimmer zusammen mit einer Gruppe französischer Studentinnen. Die Kathedrale (nicht zu verwechseln mit Gaudís Sagrada Familia) mit den Gänsen im Kreuzgang war nur ein paar Schritte entfernt.

Meine Reise ist mittlerweile auch schon wieder einige Zeit her. Jetzt lese ich gerade wieder The Shadow of the Wind (dieses Mal also in der englischen Übersetzung) und die Erinnerungen an die paar Tage in Barcelona im Spätsommer kommen wieder auf. Ich lese ein Buch doch anders, wenn ich die Schauplätze kenne. Die kleinen verwinkelten Gässchen des Barri Gòtic, der von Menschen wimmelnde Ramblas-Boulevard, die große Plaça de Catalunya, der Strand von Barceloneta. Dass ich den alten Vergnügungspark auf dem Tibidabo damals nicht besucht habe, tat mir wieder leid, als ich in dem Roman davon las.

Auf jeden Fall habe ich das Buch als Anlass genommen, mir noch einmal alte Urlaubsfotos anzuschauen, die ich damals mit meiner ersten Digitalkamera gemacht habe.  Ich weiß nicht, ob es die Calle Santa Ana, in der der Buchladen Sempere und Söhne sich befindet, wirklich gibt, aber ich stelle sie mir so vor, wie einer der unzähligen Gassen, durch die ich im gothischen Viertel gelaufen bin. Sehen Sie übrigens den Platz auf dem Foto unten? Genau so stelle ich mir den Platz vor, an dem das Haus von Nuria Montfort steht.

1Barcelona Barcelona Barcelona Barcelona

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8 Kommentare

Eingeordnet unter Gelesen

8 Antworten zu “Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes

  1. Nina Ryschawy

    Der Schatten des Windes ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Und es stimmt, die Fotos, die hier gezeigt werden entsprechen tatsächlich den Vorstellungen die man sich beim Lesen des Buches macht.

  2. packingbooksfromboxes

    Als jemand, der den „Schatten des Windes“ ebenfalls in die Reihe ihrer Lieblingsbücher aufgenommen hat, kann ich mir grad nicht verkneifen den „Gefangenen des Himmels“ wärmstens zu empfehlen. Zwischenzeitlich hatte ich auch das „Spiel des Engels“ gelesen und war (fälschlicherweise vorerst) etwas enttäuscht. Durch den „Gefangenen des Himmels“ liest man aber auch das Buch unter ganz anderen Gesichtspunkten und die Reihe wird super abgerundet. Ein wirklich beeindruckender Zyklus, den ich immer nur ganz besonderen Kunden empfehle und dabei jedes Mal ein verträumtes Glitzern in den Augen bekomme 🙂

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