Auslesen oder nicht Auslesen?

Früher dachte ich immer: Wenn ich ein Buch anfange, dann muss ich es auch zu Ende lesen. Es gibt wahrscheinlich tausende von Seiten, über die ich mich im Laufe der Zeit gequält habe. Ist das wirklich nötig? Ich glaube, es gibt dazu ganz verschiedene Meinungen. Zoë Beck zum Beispiel schreibt auf ihrem Blog, dass man nach einer Seite aufhören sollte, wenn einem das Buch nicht liegt. Ich brauche mehr Mut zum Weglegen!

Freedom von Jonathan Franzen liegt zum Beispiel schon seit über einem Jahr auf meinem Nachtisch. Wirklich schade. Sein Vorgänger-Roman The Corrections war toll. Jetzt mache ich kurze Sache und Freedom kommt zurück ins Bücherregal.

Andererseits: Manchmal muss man einem Buch auch eine zweite (oder dritte) Chance geben. Mrs Dalloway von Virginia Woolf habe ich im Studium angefangen und nie zu Ende gelesen. Dann habe ich es ein paar Jahre später versucht. Immer noch nicht begeistert. Also wieder weg damit. Und vor zwei Jahren? Ich habe es noch einmal in die Hand genommen, und war völlig angetan von der Sprache und den Emotionen und Bildern. Ähnlich ist es mir schon mit einer ganzen Reihe von Büchern gegangen.

Also vielleicht sollte mein Fazit lauten: Wenn das Buch nicht gefällt – weglegen, aber es vielleicht in ein paar Jahren noch einmal versuchen. Wer weiß, es könnte der Anfang einer langen Freundschaft sein…

Und hier die Bücher, die ich in 2013 angefangen und nicht beendet habe. Vielleicht komme ich in 2016, 2017 auf diese Liste zurück.

1. Douglas Coupland, Generation X.

2. Frank Herbert, Dune.

3. Jonathan Franzen, The Corrections.

4. Shalom Auslander, Hope: A Tragedy.

5. Edward Gibbon, The History of the Decline and Fall of the Roman Empire.

6. Michael Chabon, The Yiddish Policemen’s Union.

(Disclaimer: Wahrscheinlich waren es ein paar mehr Bücher als nur diese, aber so genau führe ich dabei auch nicht Buch… EDIT: Mir sind doch noch zwei Bücher eingefallen, siehe oben!)

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Über das Lesen, Gelesen

5 Antworten zu “Auslesen oder nicht Auslesen?

  1. Ich versuche nach 100 Seiten zu entscheiden, ob mich ein Buch packt oder nicht. Außer es wird mir empfohlen, dann lese ich auch schon mal mehr.
    Auch mich fesselten manche Bücher erst beim zweiten Lesen. So etwa das wunderbare „Karte und Gebiet“ von Michel Houellebecq.

  2. Ich habe früher auch immer versucht, Angefangenes zu Ende zu lesen. Aber inzwischen denke ich mir, wozu? Wenn wir zwei einfach nicht zueinander finden, dann lass ich es entweder ganz oder lege es zur Seite für eine Zeit, in der ich vielleicht eher einen Zugang zu dem Buch finde. Beispielsweise, weil ich dann Urlaub habe und den Kopf frei oder ähnliches. Und wenn es dann immer noch nicht klappen will, gebe ich das Buch weg/weiter.

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