Aufsätze über Shakespeare

Stratford-upon-Avon

Shakespeares Geburtshaus in Stratford-upon-Avon

Manchmal wird die innere Anglistin in mir wach, und ich suche ein paar Aufsätze zu dem einen oder anderen Thema zusammen und lese sie. Diese Woche hatte ich Lust auf Shakespeare und – mein neuster Lieblingsautor – Neil Gaiman* und seine Sandman-Reihe, über die ich ja schon neulich hier auf dem Blog geschrieben habe.

Im Folgenden also mein Literaturwissenschaft-Lesestoff der vergangenen Woche:

Sarah Annes Brown (2009) “’Shaping Fantasies’: Responses to Shakespeare’s Magic in Popular Culture”, Shakespeare, 5:2, 162-176.

Browns These ist dass die Literaturwissenschaft damit aufgeräumt hat, dass ein Dichter ein „divinely inspired prophet“ (S. 163) ist – aber dass eben genau diese Auffassung „is still very much at work within responses to Shakespeare in popular culture“ (S. 163). Um dies zu beweisen, zieht sie drei Werke heran: Neil Gaimans The Sandman, Terry Pratchetts Lords and Ladies (welches ich selber nicht gelesen habe), und die Doctor Who-Folge „The Shakespeare Code“ von Gareth Roberts (sehr sehenswert!).

Im Sandman kommt Shakespeare an drei Stellen vor – und er hat eine wichtige Rolle im Gesamtwerk. (Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, zumal ich selber als Leserin noch in der Mitte der Reihe bin…) Ich habe jedenfalls beim Lesen des Aufsatzes so einiges gelernt und einen neuen Blickwinkel auf Gaimans Werk gefunden.

„In a sense what Gaiman is doing is retrospectively supplying some of Shakespeare’s missing source material, implying genuine supernatural inspiration for his representations of fairies and wizards, creating beings who seem to be authors of our human drama.“  (S. 166)

Annalisa Castaldo (2004) “’No More Yielding than a Dream’: The Construction of Shakespeare in The Sandman”, College Literature 31:4, 94-110.

In diesem Aufsatz geht es über Shakespeares scheinbar zeitlosen Status als Literaturstar und Genie (genius). Castaldo untersucht, was in Neil Gaimans Sandman die Quelle dieses Genies ist:

“Sandman, written by Neil Gaiman, uses Shakespeare to explore the idea that genius is itself a responsibility which leads to burdens almost too great to bear, an idea which reflects both the modern view of genius and the life of Gaiman as he created the comic.” (S. 98)

Generell fand ich diesen Aufsatz gut als eine Einleitung zur Sandman-Serie insgesamt. Und es gab ein paar interessante Einblicke in die Beziehung zwischen Autor und Werk, Neil Gaiman und Shakespeare:

„Like Shakespeare, Gaiman finds himself praised for creating something completely new and innovative, while uneasily aware that most of the plots and characters, and much of the world view, is borrowed from sources now obscured by his creation.“ (S. 107)

————————————————–

*“Lieblingsautor“ sei hier bitte im allerweitesten Sinne verstanden. Ich habe es immer schon schwierig gefunden, eine einzige Autorin oder einen einzigen Autor zu meinem Lieblingsautor(in) zu krönen. Also habe ich immer eine Handvoll Namen im Kopf, die ich bei Bedarf auflisten kann.

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