Keine Rezension: Dave Eggers, A Heartbreaking Work of Staggering Genius

Neulich habe ich hier auf dem Blog versprochen, Bücher wegzulegen, wenn ich beim Lesen merke, dass sie mich nicht ansprechen. Gestern war es an der Zeit, dies in die Tat umzusetzen…

A Heartbreaking Work of Staggering Genius von Dave Eggers wollte ich ungefähr schon seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2000 lesen. Jetzt habe ich es endlich geschafft, das Buch in der Bücherei auszuleihen und… komme nicht damit klar.

Aber zurück zum Anfang. That’s a bit of a mouthful“, kommentierte die Bibliothekarin, als sie den Titel des Buches sah. Und in der Tat ist der Titel ganz schön sperrig – vielleicht hat mich das und die offensichtliche Selbstironie aber auch gerade neugierig gemacht.

Das Buch ist mehr oder weniger eine Autobiographie des Autors. Als er einundzwanzig Jahre ist, sterben seine Eltern kurz hintereinander. Ihm fällt das Sorgerecht für seinen siebenjährigen Bruder zu. Die beiden ziehen nach Kalifornien. Wie der Held seinen Bruder erzieht, ist der eine große Handlungsstrang. Der andere: seine Arbeit als Gründer der Zeitschrift Might Magazine (die ich bislang nicht kannte – aber in den Neunzigern war ich auch nicht besonders cool). Der Autor hat sich beim Schreiben einige kreative Freiheiten genommen und so ist nicht alles, was im dem Buch beschrieben wird, genau so geschehen.

Im Vorwort ergeht sich der Autor darüber in einiger Länge. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich das Buch nach dem Lesen des klobigen Vorwortes beinahe direkt zur Seite gelegt. Das erste Kapitel, in dem es vor allem um die Krankheit der Mutter geht, hat mich dann aber doch nicht losgelassen. Und durch das Buch verstreut gibt es Momente, bei denen Emotionen in mir hochgekommen sind. Der Titel verspricht ein Werk, das heartbreaking ist, und ich habe beim Lesen an einer Stelle tatsächlich geweint.

Was mich interessiert hat, waren die metafiktionalen Momente, in denen der Autor aus dem Werk heraustritt und darüber spricht, dass es ein Stück Literatur ist. Zum Beispiel, als er ein Interview mit einer MTV-Produzentin wiedergibt und wir uns auf einmal in einer Diskussion über den Wert eben dieses Interviews als Stilmittel, um uns Hintergrundmaterial zur Hauptfigur zu geben, wiederfinden: This is a device, this interview style. Manufactured and fake. Anschließend gibt es dann noch eine Interpretation dieses Hintergrundmaterials.

Das alles ändert aber leider nichts daran, dass ich mich beim größten Teil des Buches gelangweilt habe und oft Seiten für Seiten quergelesen habe. Auf Seite 299 (von 375) habe ich gestern Abend dann kurzentschlossen aufgehört. Sicher ein gutes Buch – aber nicht für mich.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Gelesen

4 Antworten zu “Keine Rezension: Dave Eggers, A Heartbreaking Work of Staggering Genius

  1. Leider liegt meine Lektüre dieses Buches bereits so viele Jahre zurück, dass ich nur noch verschwommene Erinnerungen habe. Es wird Zeit für einen Re-Read … 😉 Ich glaube aber zu wissen, dass auch ich ein ambivalentes Leseerlebnis mit diesem Buch hatte und auch ein ambivalentes Verhältnis zu Dave Eggers, bei dem mich einige Bücher begeistern konnten, während mich andere gar nicht erreicht haben.

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