Gelesen: Februar 2014

1. Lamia Ziadé, Bye-Bye Babylon: Beirut 1975-1979

Mal wieder eine autobiographische graphic novel, nach Alison Bechdels wunderbarem Fun Home. Und wieder mit einem düsteren Thema, denn es geht um eine Kindheit im Libanonkrieg. Dabei fasst die Kategorie graphic novel es nicht hunderprozentig. Vielmehr ist es ein Buch mit ein wenig Text und vielen Illustrationen, die jeweils eine ganze Seite einnehmen. Sehr schön gemacht – und die bunten Bilder stehen oft im totalen Kontrast zu dem Schrecken, den sie beschreiben.

Mein erster Gedanke, als ich das Buch in der Bücherei gesehen habe, war: „Jetzt kann ich endlich mehr über den Bürgerkrieg im Libanon lernen!“ Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt, weil das Buch aus der Sicht eines jungen Mädchens geschrieben worden ist. Ich bin also nicht viel schlauer über die verschiedenen Faktionen und ihre Motivationen geworden, aber das kann ich auch anderswo nachlesen. Dieses Buch hier erzählt vor allem von einer Kindheit, die vom Krieg getrübt worden ist, und das tut es auf eine für mich ganz neue Art und Weise,  nämlich mit Bildern.

Die Autorin, Lamia Ziadé, hat übrigens eine Webseite, auf der ihr euch viele ihrer Bilder aus dem Buch anschauen könnt.

2. Michael Cunningham, By Nightfall.

Roman über die Midlife-Krise eines New Yorker Kunsthändlers. Siehe hier auf dem Blog.

3. Bill Willingham: Fables. Legends in Exile.

Der erste Band einer Comic-Serie. Mein Gefühl beim Lesen: ganz nett. Mehr aber auch nicht. Ho-hum. Die Idee ist toll: alle Märchenfiguren, die wir in der westlichen Welt so kennen, sind aus ihrem Reich vetrieben worden und leben incognito in New York. Die Serie wird immer noch fortgeführt, und ich habe bislang eben nur diesen ersten Band gelesen. Leider ist genau der erste Band aber im Grunde ein Krimi, ein whodunnit. (Wer hat Rosenrot ermordet? War es Blaubart? Der böse Wolf ermittelt.) Und Krimis lese ich leider überhaupt nicht gerne. Ich werde aber trotzdem versuchen, irgendwo (Bücherei?) and die nächsten paar Bände zu kommen. Es kann nur besser werden!

4. Alina Bronsky, Scherbenpark

Toll! Unbedingt lesen! Mehr von mir dazu gab es schon früher hier auf dem Blog.

5. Will Eisner: Dropsie Avenue. The Neighborhood

Eine graphic novel, im Jahr 1985 erschienen. Es geht um die Geschichte einer Straße in der Bronx über mehrere Jahrhunderte hinweg. War ganz interessant zu lesen, weil ich (a) New York und (b) Geschichte mag. Was mich allerdings gestört hat, war, dass die Figuren gezwungenermaßen skizzenhaft blieben – wenn man mehrere Jahrhunderte abdecken muss, kann man sich nicht so lange bei einzelnen Figuren aufhalten.

Im Klappentext stand dann noch, dass Will Eisner der Erfinder der graphic novel ist, was mich verwundert hat. Ich kenne mich nicht besonders gut mit dem Genre aus, hätte aber immer Alan Moore oder Frank Miller als „Erfinder“ vermutet.

6. Joss Whedon and John Cassaday: Astonishing X-Men. Gifted

Mit Superheldencomics kenne ich mich nicht besonders gut aus, aber Joss Whedon ist mir natürlich von Serenity, Buffy the Vampire Slayer und Avengers ein Begriff.Was ich nicht wusste, ist, dass er vor ungefähr zehn Jahren auch für Marvels Astonishing X-Men geschrieben hatte. Bislang kannte ich die X-Men nur aus dem Kino, und ein paar bekannte Charaktere tauchen auch hier im Comic wieder auf, zum Beispiel Wolverine und Cyclops.

7. Joss Whedon and John Cassaday: Astonishing X-Men. Dangerous

Zweiter Teil von Joss Whedons Astonishing X-Men.

8. Chimamanda Nogzi Adichie: Americanah

Ganz, ganz toll. Ein neues Lieblingsbuch. Hier auf dem Blog habe ich noch mehr darüber geschrieben.

Angefangen und wieder weggelegt:

Dave Eggers A Heartbreaking Work of Staggering GeniusAußerdem The Devil Returns in Prada von Lauren Weissberger. Und das, obwohl ich den Vorgängerroman The Devil Wears Prada (sowie den darauf basierenden Film) toll finde. Aber direkt im Anschluss an Americanah hat es einfach nicht gepasst.

Mein Fazit:

Viele Graphic Novels, von denen mich einige nicht sehr begeistert hatten, obwohl Joss Whedons Astonishing X-Men toll ist. Zwei Romane, die mich – auf verschiedene Art – bewegt und mitgerissen haben. Einer davon, Americanah, ist nach dem Lesen sofort auf die Liste meiner absoluten Lieblingsbücher gewandert.

Ideen für weiteren Lesestoff:

(1) Ich muss mehr von Chimamanda Ngozi Adichie lesen. (2) Außerdem werde ich im März auf jeden Fall meine Entdeckungsreise in die Welt der Graphic Novel fortsetzen. Langsam lerne ich, was mir gefällt, und was nicht. (3) Und wie habe ich es bloss geschafft, einen ganzen Monat ohne Neil Gaiman zu verbringen?

Advertisements

4 Kommentare

Eingeordnet unter Gelesen

4 Antworten zu “Gelesen: Februar 2014

  1. Will Eisner liebe ich ja. Der Zeichenstil ist großartig. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s