Stefan Bachmann, The Peculiar

Seit Anfang der letzten Woche weiß ich jetzt auch endlich, was Steampunk ist. Ja ja, ich weiß schon, dass ich etwas langsam bin! Dabei habe ich sogar schon unbekannterweise Steampunk-Werke konsumiert, zum Beispiel das sehr sehenswerte Doctor Who Christmas-Special The Next Doctor, wo mit Dampfkraft betriebene Cybermen das viktorianische London unsicher machen.

Aber zurück zum Thema. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf den Steampunk-Roman The Peculiar von Stefan Bachmann (@Stefan_Bachmann) gestossen bin, aber mit diesem Buch war mir endlich wieder einmal ein wahrer page turner in the Haende gefallen, ein Buch, dass ich gar nicht mehr loslassen konnte und innerhalb weniger Tage in jeder freien Minute weggelesen habe.

Es ist eigentlich ein Jugendbuch, aber eines von diesen fantastischen Büchern, die man auch als Erwachsene lesen und toll finden kann (siehe Harry Potter!). Genau wie in meinem zuletzt gelesenen Buch, Susanna Clarkes Jonathan Strange und Mr Norrell, befinden wir uns auch hier wieder im England des 19. Jahrhunderts, das nicht nur von Menschen, sondern auch von Feen bevölkert ist. Allerdings wurden hier die Feen in einem Krieg, der zu Beginn des Buches geschildert wird, von den Menschen besiegt. Einige von ihnen, die Sidhe (sagen wir mal, Hochfeen auf Deutsch – keine Ahnung, was der Übersetzer damit gemacht hat), haben sich mit den Menschen arrangiert und haben zum Teil hohe Positionen in der Gesellschaft inne. Die anderen sind Teil einer ungeliebten Unterklasse. Und dann gibt es noch die “Mischlinge”, peculiars genannt, so wie unseren Helden Bartholomew Kettle. Seine Schwester Hettie wird entführt, und auf der Suche nach ihr tut er sich mit dem wohlbetuchten Parlamentarier Arthur Jelliby zusammen. An unlikely pair, wuerde man auf Englisch zu den beiden sagen. Arthur Jelliby ist übrigens ein toller Name, finde ich, aber der Preis für den besten Namen geht eindeutig an John Lickerish, eine zwielichte Fee und obendrein Lord Chancellor (ein hoher Regierungsposten)… Hat Mr. Lickerish etwa seine Hände im Spiel bei Hetties Entführung?

Das Buch führt uns quer durch England, von den fairy slums in Bath, über Westminster bis in den Norden nach Yorkshire (übrigens auch einer der Schausplaetze von Jonathan Strange and Mr Norrell). Was mich schmunzeln ließ: das Haus von Arthur Jelliby in London liegt am Belgrave Square – genau wie im wirklichen Leben heute die Deutsche Botschaft. Eine wirklich sehr schöne Wohngegend mit sehr imposanten Gebäuden, das kann ich aus erster Hand bestaetigen! (Nur die Passstelle der Botschaft ist in einem eher unschönen Anbau aus den (geschätzt) sechziger Jahren, aber das nur am Rande.)

Stefan Bachmann war übrigens erst sechszehn Jahre alt, als er angefangen hatte, The Peculiar zu schreiben. Beim Lesen war ich sehr beeindruckt von der reichen Phantasie und der fantastischen Sprachgewalt des Autors. Ich hatte jedenfalls viel Spaß mit diesem Buch und kann mir vorstellen, dass das Schreiben (so sehr Schreiben auch harte Arbeit ist), auch viel Spaß gemacht hat!

Der einzige “Schwachpunkt” für mich: das Buch endet mit einem cliff hanger, und so muss ich jetzt unbedingt schnell die Fortsetzung in die Hände bekommen. Ich muss dringend wissen, wie es mit Arthur and Bartholomew weitergeht!

(Auf Deutsch erschienen als Die Seltsamen von Stefan Bachmann.)

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Gelesen

3 Antworten zu “Stefan Bachmann, The Peculiar

  1. Kathrin

    Das Buch möchte ich auch unbedingt noch lesen. Mir war aber nicht bewusst, dass das Buch so einen Cliffhanger hat. Steht schon fest, dass es eine Fortsetzung geben wird? Falls ja werde ich wohl mit der Lektüre warten, bis Teil 2 erschienen ist, um alles in einem Rutsch lesen zu können.

  2. Pingback: [Die Sonntagsleserin] KW #16 – April 2014 | Phantásienreisen

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