Deborah Harkness, A Discovery of Witches

“Normal‘ is a bedtime story – a fable – that humans tell themselves to feel better when faced with overwhelming evidence that most of what’s happening around them is not „normal“ at all.‘

A Discovery of Witches (Die Seelen der Nacht) hat unheimlich viel Spaß beim Lesen gemacht. Ein fast 600-Seiten starker Wälzer, bei dem mir aber auch auf keiner einzigen Seite langweilig geworden war. Worum geht es? Die Geschichte fängt in Oxford an, wo die amerikanische Historikerin Diana Bishop in der Bodleian Library ein altes Manuskript entdeckt. Ach so, Diana ist übrigens eine Hexe. In der Bibliothek macht sie die Bekanntschaft des Vampirs Matthew Clairmont, der ein verdächtig starkes Interesse an dem geheimnisvollen Manuskript zeigt. Und um den Reigen komplett zu machen: Dämonen gibt es übrigens in dieser Welt auch.

Wir befinden uns also in einer alternate reality, wo Menschen unbekannterweise mit übernatürlichen Wesen zusammenleben. Unsere Heldin Diana wollte von dieser Welt bislang nichts wissen, wird aber im Laufe der Geschichte mehr und mehr hineingezogen in das strenge Regelwerk, dass den Frieden zwischen den verschiedenen „Kreaturen“ sichert.

Schon wieder ein Vampirroman, höre ich euch sagen. Der Ansatz, den die Autorin Deborah Harkness nimmt, ist allerdings erfrischend anders. Vampire können sich zum Beispiel im Tageslicht bewegen und sogar sterben – aber eben erst nach einem jahrhunderte langem Leben. Die ganzen Mythen um Vampire – die Angst vor Knoblauch, die Scheu vor Tageslicht – sind eben nur das: Mythen, von Menschen gemacht.

In ein paar Rezensionen habe ich gelesen, dass A Discovery of Witches in Stellen langatmig ist. Finde ich nicht, aber ich kann verstehen, woher diese Kritik kommt. Denn an manchen Stellen ergeht die Autorin sich in langen, detaillierten Beschreibungen, zum Beispiel die Beschreibung eine Yoga-Stunde oder eines gemeinsamen Frühstücks. Fand ich allerdings toll – sehr atmosphärisch und sinnlich, und ich bin ansonsten wirklich keine Freundin von langen Beschreibungen.

Mein einziger Kritikpunkt: ich kann mich nicht entscheiden, ob Diana Bishop wirklich so eine mutige, tapfere, selbstsichere Frau ist (wie sie im Roman selbst oft beschrieben wird), oder ob sie nicht zu sehr von dem männlichen Helden gerettet und behütet wird. Das letztere ging mir beim Lesen nämlich schon an einigen Stellen gegen den Strich. Hmmm.

Bodleian Library

Die Bodleian Library in Oxford

Mich hat der Roman übrigens sehr an The Historian von Elizabeth Kostova erinnert, zumal beide in der Bodleian Library in Oxford beginnen, in beiden die Hauptfigur eine Historikerin ist, und in beiden Vampire eine wichtige Rolle spielen.

Die Autorin und Collegeprofessorin Deborah Harkness ist übrigens als @DebHarkness bei Twitter, und zu dem Buch gibt es auch eine offizielle WebseiteA Discovery of Witches (auf Deutsch Die Seelen der Nacht)ist der erste Teil einer Trilogie. Der zweite ist bereits erschienen, der dritte und letzte Teil ist für diesen Sommer geplant.

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