Warum ich nicht gerne Bücher verleihe

Eigentlich bin ich ein sonniger und netter Mensch, aber bei einer Sache hört bei mir die Freundschaft auf: Bücher verleihen. Klar teile ich gute Leseerlebnisse gerne mit anderen Menschen. Aber meine eigenen Bücher, die behalte ich gerne bei mir.

Vielleicht habe ich diese Haltung von einem traumatischen Bücherverleih-Erlebnis: auf meiner ersten Amerika-Reise vor vielen Jahren hatte ich mein knappes Geld (ich war Studentin!) für ein paar englische Bücher ausgegeben. Ihr erinnert euch: es gab mal eine Zeit, noch gar nicht so lange her, in welcher der große Internet-Buchhändler noch nicht weitbekannt war und englischsprachige Bücher etwas ganz besonderes waren! Naja, jedenfalls kaufte ich damals in einer Buchhandlung in Chicago einen kleinen Stapel Bücher, darunter auch A Home At the End of the World von Michael Cunningham. Dass ich das Buch am Ende gar nicht so toll fand, ist hier weniger wichtig. Hey, es war aus Amerika! Zurück in Deutschland verlieh ich das Buch dann an einen guten Freund aus Schulzeiten… und bekam es nach über einem halben Jahr mit Eselsohren und zerknicktem Cover zurück. Klasse, vielen Dank …

Seitdem heisst es bei mir: Bücher werden nicht verliehen. Ausnahmen gibt es natürlich, zum Beispiel bei den Mädels aus meinem Buch-Club, von denen ich weiß, dass sie Bücher genauso sehr lieben wie ich!

Wie macht ihr es, lieber Leserinnen und Leser? Bücher verleihen – ja oder nein?

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19 Kommentare

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19 Antworten zu “Warum ich nicht gerne Bücher verleihe

  1. Ich habe auch schon Bücher verliehen und mit Teeflecken oder auch gar nicht zurückbekommen. Seitdem verleihe ich nicht mehr alles und auch nicht an alle ; )

  2. Ich verleihe meine Bücher auch nicht an jeden. Bei Leuten, von denen ich weiß, dass sie genau so darauf aufpassen, wie ich es selbst tun würde, klar. Aber bei den anderen? Lieber nicht! 😉

  3. woerterkatze

    Ich verleihe meine Bücher auch nicht gerne. Leider habe ich sie schon mit Flecken und verknickt wieder bekommen. Daher ne, es muss nicht sein. Verliehen wird nur noch an absolute Bücherliebhaber, die die Bücher genauso pfleglich behandeln wie ich auch.

  4. Ich verleihe gar keine Bücher mehr. Zuletzt hatte ich in einem November Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ (in der wunderschönen illustrierten Gerstenberg-Ausgabe) „nur für die Weihnachtszeit“ verliehen. Leider kam ich aus der Nummer nicht so günstig raus, da es sich bei der anfragenden Person um meine Schwiegermutter handelte. Naja, sie hatte nicht explizit gesagt, für die Weihnachtszeit welchen Jahres sie die Lektüre plante… So hatte ich jahrelang diese unerträgliche Lücke in meinem Bücherregal.
    Schlimm finde ich auch diese Bücherschänder, die ein Buch bis zum Anschlag aufklappen und dann mit der Faust über die Mitte des aufgeklappten Buches fahren, um das Ganze in Form zu bringen.
    So etwas tue ich mir definitiv nicht mehr an. Daher ein klares „nein“ auf deine Frage.

    • Haha, ich muss mich outen: das mit dem Bücher aufklapppen und dann glatt streifen mache ich auch manchmal bei Taschenbüchern — aber nur mit meinen eigenen Büchern, und auch nur mit einigen bestimmten Exemplaren!

    • Ich sehe “sie” vor mir, die Bücherschänder, wie sie das Buch massakrieren, mit der Faust. Hab Lachen müssen, obwohl das nicht lustig ist. Ich mag das auch nicht. Bücher wollen pfleglich behandelt sein.

  5. Bevor ich ein Buch verleihe – wissend, dass es vielleicht nicht oder nur beschädigt wiederkommt – verschenke ich es eher, spontan, aus dem Regal heraus. Es gibt natürlich einige, die werden weder verschenkt noch verliehen – aber andere gebe ich gerne und mit leichter Hand her.

  6. Du sprichst sicherlich vielen aus der (Bücher-)Seele :-). Allerdings fällt es mir oft schwer, eine „Ausrede“ zu gebrauchen, warum ich keine Bücher verleihe, denn Nachbarn und Freunde wissen ja um mein achso großes Bücherregal… ;-). Liebe

  7. Sammlerausgaben, Erinnerungsstücke, geschenkte Bücher oder besonders fragile Teile verleihe ich grundsätzlich nicht mehr. Da halte ich es wie du – da hört die Freundschaft auf. Bei einem wiederbringlichen Buch, einem Roman, der noch gut erhältlich ist, nicht die Welt gekostet hat – das verleihe ich. Aber bei mir gibt es nur eine Chance. Wenn ich was in schlechtem Zustand wiederbekommen, wars das. Mein schlechtestes Erlebnis war das Verleihen einer Mangareihe, die aus 4 Bänden bestand und einen sehr künstlerischen Papiereinband hatte. Man wird es kaum glauben, der Papiereinband hats überlebt. Aber die Leserin, damals eine gute Freundin von mir, hat die Bücher trotz der fragilen Klebung beim Lesen umgeklappt und es sind mehrere Seiten rausgegangen. Dass das beim ersten Buch passiert ist, hat sie nicht so recht abgeschreckt. Sie hat einfach so weitergemacht. Wenn ich so darüber nachdenke … waren wir dann auch nicht mehr lange befreundet … hmmmm.

  8. Ich verleihe inzwischen auch nur ungern, wobei ich kürzlich wieder eine Ausnahme machte und immer noch das Beste hoffe. Es ist bzw. die beiden sind noch nicht wieder zurück. Ich hatte drauf hingewiesen, dass sie bitte gut behandelt werden mögen.

  9. Pingback: [Die Sonntagsleserin] KW #23 – Juni 2014 | Phantásienreisen

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