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Tägliches Schreiben

Neulich habe ich ja geschrieben, dass ich nicht jeden Tag an meinem derzeitigen Manuskript arbeite (Schock! Horror!), sondern manchmal wochenlange Pausen einlege. Aber ein bisschen bei der Sache zu bleiben, versuche ich natürlich schon. Internet und Technik sind dabei meine größten Freunde.

Zum Beispiel die Webseite von Sarah Selecky. Die folgt einem ganz simplen Prinzip: jeden Tag bekomme ich eine Email mit einer Anweisung zum Schreiben zugeschickt. Die Vorgabe: Schreibe für 10 Minuten, von Hand.

Diese Texte schreibe ich übrigens auf Englisch. Also nicht in meiner Muttersprache. Es fühlt sich immer noch seltsam an, aber schließlich wohne ich mittlerweile schon seit einigen Jahren in diesem Land. Im Büro schreibe ich ja auch englische Berichte. Teilweise betrachte ich es also auf Aufwärmübungen zum Schreiben auf Englisch (oder im englischen Idiom: flexing my muscles!). Teilweise als simple Schreibübungen, ganz egal, in welcher Sprache. Aber die Wahl der Sprache ist wahrscheinlich ein Thema für einen eigenen Blogeintrag.

Sarah Selecky hat übrigens Recht, und jetzt widerspreche ich meinem letzten Blogeintrag: 10 Minuten Zeit pro Tag zum Schreiben hat jeder. Oder vielleicht widerspreche ich mir doch nicht so sehr. Wenn ich an meinem Romanmanuskript arbeite, brauche ich mindestens 10 Minuten, um warm zu werden. Viel Fortschritt würde ich da in so einer kurzen Zeitspanne also nicht machen. Aber für eine in sich geschlossene Schreibaufgabe sind 10 Minuten genau richtig.

Mein anderes Hilfsmittel: mein E-Book-Reader, der Kindle. In regelmäßigen Abstaenden emaile ich mir die neueste Version meines Manuskripts direkt auf meinen Kindle. Natürlich geht das mit E-Book-Readern von anderen Herstellern wahrscheinlich auch, nachgeschaut habe ich es aber nicht.

Warum das meiner Kreativität hilft? Erstens sieht es toll aus, mein Manuskript auf dem Kindle vor mir zu haben. Das motiviert unheimlich. Zweitens kann ich es so jederzeit lesen – morgens im Zug, mittags im Café, abends im Bett – und mit der Kommentarfunktion sogar Notizen machen. Seit ich diese Funktion im Frühjahr entdeckt habe, ist meine Produktivität in die Höhe geschnellt.

Jetzt aber genug von mir. Ich bin in einer Schreibphase. Das Manuskript wartet!

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Übersetzungsfallen

Ich lebe nun schon seit neun Jahren im Ausland und spreche mehr Englisch als Deutsch. Manchmal schleichen sich kleine interkulturelle Fehler in meine Texte ein. So habe ich den Hauptdarsteller in meinem Romanmanuskript am Dezemberanfang einen Weihnachtsbaum schmücken lassen. Das ist hier in England völlig normal, aber mir viel erst beim Gegenlesen auf, das in der Deutschland der Weihnachtsbaum erst am Heiligen Abend ins Wohnzimmer kommt. Und mein Held lebt nun einmal in einer deutschen Großstadt und nicht in einer englischen Grafschaft. Also habe ich kurzentschlossen den Tannenbaum gegen einen Adventskranz ausgetauscht. Der ist etwas weniger bombastisch, aber immer noch festlich.

Manchmal – selten, zum Glück – übersetze ich völlig falsch aus dem Englischen ins Deutsche. Da schreibe ich dann zum Beispiel: Er brauchte das Badezimmer (He needed the bathroom – Er musste auf die Toilette gehen) oder Ich habe neue Freunde gemacht (I made new friends  – Ich habe neue Freundschaften geschlossen).

Eine andere Herausforderung, die alle Expats kennen, ist es, dass ich tagsüber im Büro auf einer englischen Tastatur schreibe – QWERTY genannt nach der Reihenfolge der Buchstaben in der obersten Reihe. Abends zu Hause stelle ich meinen Laptop auf die deutsche QUERTZ-Tastatur um. Ich möchte schließlich auch Umlaute in meinem Text haben. Wie oft ich dabei beim Tippen Y und Z verwechsele, sage ich nicht. Aber für mein Gehirn wird es bestimmt ein gutes Training sein.

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