Heinrich Heine, Shakespeares Mädchen und Frauen

Shakespeares Mädchen und Frauen ist eine Sammlung von Essays von Heinrich Heine über die weiblichen Figuren in Shakespeares Werken. Als ich auf dem Blog Sätze und Schätze neulich davon gelesen hatte, bin ich neugierig geworden und musste mir das Buch selber besorgen.

Eine Essayreihe von Heinrich Heine also, in der die weiblichen Figuren aus Shakespeares Dramen und Komödien porträtiert werden. Das alleine wäre ja schon lesenswert, aber was das schmale Buch für mich so interessant gemacht hat, war, dass es neben Shakespeares Frauen um alles mögliche andere ging. So finden wir in den Essays auch Heines Gedanken zu so unterschiedlichen Themen wie Dramentheorie, Antisemitismus, Philosophie und Geschichte (insbesondere englische Geschichte), Shakespeare in Musik und Malerei, Shakespeare-Übersetzungen und Shakespeare-Rezeption in Deutschland, um nur ein paar der Streifzüge weg von Shakespeares Frauenfiguren zu nennen.

Mein geliebtes England kommt in den Essays übrigens nicht besonders gut weg. Zum Beispiel, wenn es um die historischen Dramen geht:

„Klio ist immer ein Weib, trotz ihrer parteilosen Kälte ist sie empfindlich für Ritterlichkeit und Heldensinn; und ich bin überzeugt, nur mit knirschendem Herzen verzeichnet sie in ihre Denktafeln die Siege der Engländer.“

(Übrigens, bei diesem Werk ist mein Kindle an seine Grenzen gestoßen. Den Text selber habe ich zwar kostenlos herunterladen können, aber Heine erwähnt immer wieder Kupferstiche der individuellen Frauen, die in meiner Ausgabe leider abhanden gekommen sind. Schade, aber dafür war das E-Book ja auch kostenlos…)

Stratford-upon-Avon

Shakespeares Geburtshaus in Stratford-upon-Avon

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Ausflug nach Tewkesbury

Neulich war uns nach einem Sonntagsausflug, aber zu weit fahren wollten wir auch nicht. Also entschlossen wir uns, für einen Nachmittag nach Tewkesbury zu fahren. Mit dem Auto von Birmingham aus dauert das weniger als eine Stunde.

Tewkesbury ist eine historische Marktstadt, bei der sich die Flüsse Severn und Avon treffen (ja, Avon wie in Stratford-upon-Avon!). Leider kann man, wie wir zu unserem Pech herausgefunden haben, nicht gut an den Flüssen entlangspazieren, zumindest nicht im Ortskern, weil die Ufer sehr bebaut sind.

Häuserreihe

Der Fluß Avon in Tewkesbury

Dafür gibt es aber eine tolle alte Abtei, Tewkesbury Abbey, im romanischen Stil (oder wie wir hier sagen: Norman style) gebaut. Als wir da waren, war es draußen sonnig, und die Abtei war von Licht durchflutet – wunderschön.

Tewkesbury Abbey (inside)

Tewkesbury Abbey

Im Ortskern selber gab es an einem Sonntagnachmittag nicht soooo viel zu sehen, weil die meisten Geschäfte geschlossen waren, aber hübsch anzusehen waren die Fachwerkhäuser trotzdem. (Und Mittagessen haben wir in einem Pub natürlich auch bekommen.)

Fachwerkhaus in Tewkesbury

Wenn man Gloucestershire nicht gut kennt, gibt es vielleicht andere Ausflugsziele so wie Gloucester selbst oder auch die Cotswolds, die sehenswerter sind… aber trotzdem kann man in Tewkesbury ganz gut ein paar Stunden verbringen.

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Gelesen: Juni 2014

1. Deborah Harkness: Shadow of Night (All Souls Trilogy 2)

Vampire treffen auf Hexen treffen auf Zeitreise treffen auf historischen Roman treffen auf Spionagegeschichte. Oder so ähnlich. Hier auf dem Blog habe ich schon mehr darüber geschrieben.

2. Anne Frank: Tagebuch. Fassung von Otto H. Frank und Mirjam Pressler

„Ich irre von einem Zimmer zum anderen, die Treppe hinunter und wieder hinauf, und habe ein Gefühl wie ein Singvogel, dem die Flügel mit harter Hand ausgerissen worden sind und der in vollkommener Dunkelheit gegen die Stäbe seines engen Käfigs fliegt. ‚Nach draußen, Luft und Lachen!‘ schreit es in mir.“

Wenn ich eine Liste der Bücher, die mich in meinem Leben am meisten bewegt haben, aufschrieben müsste, wäre Anne Franks Tagebuch auf jeden Fall weit oben dabei.

3. Erica Fischer: Aimée und Jaguar. Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943

„Meine Aimée!
Ich liebe dich so sehr, daß ich Dir gar nichts schreiben kann. Und ich brauche Dir ja eigentlich auch gar nicht zu schreiben, denn alles so enorm Wichtige werde ich Dir – wenn es Dir recht ist – nachher im Bett sagen.“

Erica Fischer erzählt eine Liebesgeschichte zwischen der jüdischen Felice Schragenheim und Lilly Wust, verheiratet mit einem NSDAP-Mitglied, die sich so oder so ähnlich in Berlin 1943 abgespielt hat.

4. Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

„Ich glaube, Vaterlandsliebe nennt
Man dieses törichte Sehnen.

Ich spreche nicht gerne davon; es ist
Nur eine Krankheit im Grunde.
Verschämten Gemütes, verberge ich stets
Dem Publiko meine Wunde.“

Faszinierend als Geschichtszeugnis, amüsant als Satire, und bewegend in der Botschaft des Emigranten an sein Heimatland.

5. Naomi Novik: Temeraire (The Temeraire Series, Book 1)

„And then racing across the ocean, low to the waves now, with Temeraire snatching at them playfully every now and again the spray misting his face and the world rushing by in a blur, but for the constant solid presence of the dragon beneath him.“

Was wäre wenn… England und Frankreich sich in den Napoleonischen Kriegen nicht nur zur See und auf Land, sondern auch in der Luft bekämpft hätten? Mit Drachen?! Naomi Novik hat aus dieser Hypothese einen abenteuerlichen Roman gemacht.

Und außerdem… abgebrochene Lektüre:

An Astronaut’s Guide to Life on Earth: What Going to Space Taught Me About Ingenuity, Determination, and Being Prepared for Anything von Chris Hadfield. Chris Hadfield ist kanadischer Astronaut und hat letztes Jahr als @Cmdr_Hadfield von der ISS getwittert, was ziemlich cool war. Mittlerweile ist er zurück auf der Erde und hat ein Buch über das Astronautenleben geschrieben. Auf jeden Fall faszinierend, aber irgendwie liegt es trotzdem seit ungefähr Februar auf meinem Nachtisch und ich komme nicht weiter damit. Beim Aufräumen ist es jetzt also erstmal ins Regal zurück gewandert.

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Deborah Harkness: Shadow of Night

Achtung: in dieser Buchbesprechung geht es um Hexen, Vampire und Dämonen. Aber bear with me – bitte seid geduldig – es ist keine gewöhnliche Vampirromanze a la Twilight!

Shadow of Night (auf Deutsch: Wo die Nacht beginnt) ist der zweite Band der All Souls-Trilogie. Band 3 erscheint im Juli. Vom ersten Band war ich hellauf begeistert (siehe hier auf dem Blog), unter anderem auch, weil er sehr geschickt viele verschiedene Genres miteinander verband: Abenteuer, Vampirroman, historische Fakten und Fantasy. Der erste Roman spielte in der Gegenwart, die Schauplätze allerdings wechselten rasant: von Oxford ging es in die Auvergne in Frankreich und weiter in die USA. Gleichzeitig entwickelte sich die Liebesgeschichte zwischen der Hexe Diana Bishop und dem Vampir Matthew de Clairmont, die von einem geheimnisvollen Manuskript zusammengebracht wurden, und nun aufgrund ihrer Liebe und des Wissens um eben dieses Manuskript von allen möglichen übernatürlichen Wesen – sprich Hexen, Vampire und Dämonen – verfolgt werden.

Im zweiten Band nun reisen Diana und Matthew in die Vergangenheit, und zwar in das elisabethanische Zeitalter. Wieder wechseln die Schauplätze: wir beginnen in Oxford, reisen dann nach London (und treffen Berühmtheiten wie Christopher Marlowe und Queen Elizabeth I) und schließlich bis nach Prag an den Hof des Kaisers Rudolf II. Am Ende geht es wieder zurück nach London. Hatte mir dieses Muster im ersten Band noch gefallen, habe ich im zweiten Band an mancher Stelle den roten Faden verloren. Am Ende war ich mir nicht mehr sicher, ob Diana und Matthew nun ihr Ziel erreicht hatten, oder nicht. Und was war überhaupt ihr Ziel? Sie finden das oben erwähnte Manuskript Ashmole 782 und entdecken eines seiner Geheimnisse, geben es dann aber wieder aus den Händen. Diana entdeckt nach langen erfolglosen Mühen plötzlich ihre Zauberkraefte. Die geheimnisvolle Kongregation, vor der die beiden in das 16. Jahrhundert geflohen sind, verbietet zwar auch in der Vergangenheit Liebesbeziehungen zwischen Vampiren und Hexen, aber es scheint niemanden so wirklich zu stören.

Die Geschichte war fuer mich selber etwas zu langatmig, aber gleichzeitig gingen einige Entwicklungen viel zu schnell ueber die Bühne. Zum Beispiel: Es dauert hunderte von Seiten, um herauszufinden, dass das Manuskript in Prag ist, verbringen mehrere Kapitel in Prag selbst, um dem Buch näher zu kommen.. und am Ende wird es von einem der Freunde unseres Paares für sie gestohlen, ohne das wir Leser überhaupt bei dieser Szene dabei sind. Und nach einmal Umblättern sind wir dann ruckzuck mit dem Manuskript wieder in London.

Der größte Lichblick waren für mich die eingestreuten Kapitel, in denen die Handlung aus der Sicht von Personen in der Gegenwart erzählt wird, die, auf der ganzen Welt verteilt, Spuren von Diana und Matthew aus der Vergangenheit finden. Deswegen freue ich mich auch schon auf den dritten Band. Diana und Matthew sind jetzt nämlich wieder fest in der Gegenwart zurück, die Gefahr durch die Kongregation schwebt weiterhin über ihnen, und ich kann es gar nicht erwarten zu sehen, wie ihre Geschichte weitergeht…

Übrigens, kommt es mir nur so vor, oder ist bei Trilogien der zweite Band oft eher enttäuschend? Ich denke da zum Beispiel an den zweiten Band vom Herrn der Ringe (sowohl Buch als auch Film), der mich an mancher Stelle (und nun noch eine Schlachtenszene in epischer Breite…) gelangweilig hat. Was meint ihr, liebe Leser und Leserinnen?

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Ausflug nach Oxford

Oxford ist immer eine Reise wert und vor allem dann, wenn man nur eine Zugstunde entfernt wohnt, so wie wir. Heute also ging es für einen Tag in eine der schönsten Universitätsstädte. Der Himmel war zwar grau, aber dafür waren die alten Gebäude umso atmosphärischer…

building in Oxford

Einer meiner Lieblingsorte in Oxford ist die Bodleian Library, Universitätsbibliothek und außerdem eine der ältesten Bibliotheken in ganz Europa:

Bodleian Library

In einer traditionellen Universitätsstadt geht es natürlich nicht ohne Fahrräder:

purple bike

Die Radcliffe Camera ist Teil der Bodleian Library:

Radcliffe Camera

Weil die Sonne permanent nicht hinter den Wolken hervorkommen wollte, sind wir schließlich auch noch ins Museum gegangen, und zwar in ein ganz besonders tolles: das Ashmolean Museum, wo es eine ganz wunderbare Sammlung von ägyptischen und griechischen Altertümern und anderen faszinierenden Dingen aus der ganzen Welt gibt. Bei dem Namen des Museums denke ich im Moment natürlich an A Discovery of Witches von Deborah Harkness und an das Manuskript Ashmole 782, das seinem Namen Elias Ashmole, dem Gründer des Museums, verdankt.

Greek sculpture

Zum Abschluss des Tages gab es dann noch Kaffee und Kuchen im Café einer der vielen Kirchen in der Stadt. Oxford ist einfach schön – wir kommen bestimmt bald wieder!

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Sechs Monate Bloggerin!

Jetzt sind es wirklich schon sechs Monate seit meinem ersten Blogpost! Damals noch kurz vor Weihnachten stehend, denke ich jetzt über den Sommerurlaub nach (nur das Wetter lässt noch zu wünschen übrig, zumindest hier bei uns in England).

Am tollsten finde ich es, wie viele fantastische Literatur- und Bücherblogs ich gefunden habe, seit ich mit dem Bloggen angefangen habe. Und dass ich nicht nur still vor mich dahinschreibe, sondern dass einige andere Leute tatsächlich lesen und kommentieren, was ich schreibe. Ich freue mich riesig über jeden Kommentar!

Und hier noch ein paar Listen für euch:

Was ich gelernt habe

1. Ich mag Listen (siehe zum Beispiel hier oder hier).

2. Mein Blog ist ein Vorzeigebeispiel für mission creep. Eigentlich wollte ich ja über das Schreiben schreiben, aber meistens schreibe ich über Bücher, die ich lese. Ist aber nicht schlimm, denn das macht riesig viel Spass.

3. Ich lese viel weniger deutschsprachige Literatur, als ich gedacht hätte. (Siehe meine Leseliste.) Was kann ich sagen? Ich bin nunmal sehr anglophil…

Die meist-gelesenen Blogposts

1. Chimananda Adichie, Americanah

2. Kann man Schreiben lernen?

3. Ein ganz besonderer London-Reiseführer

Americanah auf Nummer 1 freut mich total. Vielleicht erinnert ihr euch ja: ich war, und bin immer noch, von dem Roman völlig begeistert.

In der Zukunft würde ich gerne

1. Mehr Empfehlungen von anderen BloggerInnen nicht nur irgendwo notieren, sondern auch tatsächlich lesen.

2. Wieder mehr über das Schreiben schreiben. Wenn ich irgendwann einmal mit dem Überarbeiten von meinem derzeitigen Manuskript fertig bin, wird es auf diesem Gebiet sicherlich wieder spannender…

3. Weiterhin (mindestens) wöchentlich bloggen!

Außerdem…

… freue ich mich darauf, weiterhin so tolle Blogs zu lesen, noch viele andere Blogs zu entdecken, und natürlich von BesucherInnen auf meinem Blog zu hören!

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Warum ich nicht gerne Bücher verleihe

Eigentlich bin ich ein sonniger und netter Mensch, aber bei einer Sache hört bei mir die Freundschaft auf: Bücher verleihen. Klar teile ich gute Leseerlebnisse gerne mit anderen Menschen. Aber meine eigenen Bücher, die behalte ich gerne bei mir.

Vielleicht habe ich diese Haltung von einem traumatischen Bücherverleih-Erlebnis: auf meiner ersten Amerika-Reise vor vielen Jahren hatte ich mein knappes Geld (ich war Studentin!) für ein paar englische Bücher ausgegeben. Ihr erinnert euch: es gab mal eine Zeit, noch gar nicht so lange her, in welcher der große Internet-Buchhändler noch nicht weitbekannt war und englischsprachige Bücher etwas ganz besonderes waren! Naja, jedenfalls kaufte ich damals in einer Buchhandlung in Chicago einen kleinen Stapel Bücher, darunter auch A Home At the End of the World von Michael Cunningham. Dass ich das Buch am Ende gar nicht so toll fand, ist hier weniger wichtig. Hey, es war aus Amerika! Zurück in Deutschland verlieh ich das Buch dann an einen guten Freund aus Schulzeiten… und bekam es nach über einem halben Jahr mit Eselsohren und zerknicktem Cover zurück. Klasse, vielen Dank …

Seitdem heisst es bei mir: Bücher werden nicht verliehen. Ausnahmen gibt es natürlich, zum Beispiel bei den Mädels aus meinem Buch-Club, von denen ich weiß, dass sie Bücher genauso sehr lieben wie ich!

Wie macht ihr es, lieber Leserinnen und Leser? Bücher verleihen – ja oder nein?

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Top 10: Metafiktion

Was ist Metafiktion eigentlich? Meine eigene Definition ist: Bücher, die sich selbst thematisieren und Bücher über das Erzählen. Also: Bücher über Leute, die Bücher lesen oder Bücher schreiben, sowie Bücher über Bücher, die eine wichtige Rolle in Büchern spielen. (Ich muss mich an dieser Stelle entschuldigen. Ich habe im letzten Satz sechsmal das Wort „Bücher“ benutzt.) Die Leserin wird so ständig daran erinnert, dass der Text nur Fiktion ist.

Vielleicht wird das alles klarer, wenn man ein Buch liest, das Stilelemente der Metafiktion benutzt. Hier meine persönliche Top 10-Liste:

10. Scarlett Thomas: The End of Mr Y (auf Deutsch: Troposphere)

Warum ist es Metafiktion? Die Handlung beginnt, als die Erzählerin Ariel Manto die einzige Ausgabe eines für verschollen gehaltenen Buches findet: The End of Mr Y...  und dieses Buch beinhaltet ein Rezept dafür, wie man in die Troposphere reisen kann, einem mystischen Ort, der die Verbindung zwischen dem Bewusstsein aller Menschen ist.

9. Umberto Eco: Der Name der Rose

Warum ist es Metafiktion? Erstens: Das Buch gibt sich als Aufzeichnung wahrer Ereignisse aus. Es geht soweit, dass sogar am Anfang ein Vorwort steht, in dem der „Finder“ der angeblich mittelalterlichen Handschrift erklärt, wie ihm der Text in die Hände gekommen ist. Zweitens: in der Handlung selber geht es unter anderem um ein verschollenes Manuskript von Aristoteles – verbirgt es sich in dem mittelalterlichen italienischen Kloster, in dem der scharfsinnige britische Mönch William von Baskerville und sein junger Schüler Adson von Melk versuchen, einen Mordfall aufzuklären? Drittens: William von Baskerville und Adson?! Wer denkt bei diesesm Paar und diesen Namen nicht sofort an den berühmtesten britischen Dektektiv und seinen Assistenten…?

8. Jasper Fforde, The Eyre Affair (auf Deutsch: Der Fall Jane Eyre)

Warum ist es Metafiktion? Die Handlung spielt in einem Paralleluniversum, in dem Literatur überall ist: literarische Figuren werden wie Pophelden verehrt, es gibt literarische Detektive, die Fälschungen von zum Beispiel Shakespeare-Werken auf den Grund gehen, und vor allem: die Hauptfigur Thursday Next kann sich mitten in die Handlung von literarischen Werken begeben, so zum Beispiel in den titelgebenden Roman Jane Eyre von Charlotte Brontë.

7. Cornelia Funke: Tintenherz

Warum ist es Metafiktion? Weil es in der Welt von Tintenherz Menschen gibt, so wie die Hauptfigur Meggie und ihren Vater Mo, die sich in die Handlung von Büchern hineinlesen können und im Gegenzug anderen Menschen herauslesen können. So zum Beispiel aus dem Buch Tintenherz (siehe Titel!), hinter dem, so lernen wir bald, eine Bande von üblen Gesellen her ist.

6. Susanna Clarke: Jonathan Strange and Mr Norrell (auf Deutsch: Jonathan Strange und Mr Norrell)

Warum ist es Metafiktion? Zum Beispiel, weil das Buch voller Fussnoten sind, die ihm einen wissenschaftlichen Anschein geben. Es wird zum Beispiel aus der Biographie einer der Hauptfiguren, Jonathan Strange, zitiert. Überhaupt, Jonathan Strange wird in Fussnoten vorstellt, als er noch lange nicht in der Handlung erschienen ist. Außerdem ist das Buch in einem Stil geschrieben, der uns denken lässt, dass es aus der viktorianischen Zeit stammt – was aber natürlich nicht wahr ist… (Siehe auch hier auf dem Blog.)

5. Alan Moore: Watchmen

Warum ist es Metafiktion? Weil es zum Beispiel einen Comic im Comic gibt: die Geschichte vom Black Freighter. Wenn man vorsichtig aufpasst, sieht man die Verbindungen zwischen den beiden Erzählsträngen.

4. Elizabeth Kostova: The Historian (auf Deutsch: Der Historiker)

Warum ist es Metafiktion? Weil die Handlung sich auf mehreren Ebenen abspielt: es beginnt damit, dass unsere Erzählerin ein altes Buch findet und daraufhin von ihrem Vaters erzählt bekommt, wie er als junger Student eben dieses Buch und die Aufzeichnungen seines Universitätsprofessors gefunden hat. Auf allen drei Ebenen – Erzählerin, Vater und Professor – begeben wir uns mit den Figuren auf eine Suche quer durch Europa, die alle am Ende zum selben Ziel führt. (Das klingt sehr theoretisch, ist aber in Wirklichkeit superspannend. Oh, und Dracula spielt übrigens auch mit.)

3. Michael Chabon: The Amazing Adventures of Kavalier and Clay (auf Deutsch: Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier und Clay)

Warum ist es Metafiktion? Die beiden New Yorker Comicbuchkünstler Joe Kavalier und Sam Clay erfinden den Comicbuchcharakter The Escapist, der Hitler und die Nazis bekämpft. Immer wieder wird die Romanhandlung unterbrochen, um Episoden aus der Comicbuchreihe zu erzählen. Diese Episoden spiegeln die Gefühle und den Eskapismus von Kavalier und Clay wieder, die so ihre eigene Geschichte aufarbeiten (Joe Kavalier floh vor den Nazis aus Europa und musste dabei seine Familie zurücklassen).

2. Carlos Ruis Zafón: Der Schatten des Windes

Warum ist es Metafiktion? Der Erzähler findet im Friedhof der Bücher das Buch Der Schatten des Windes des Schrifstellers Julián Carax. Er ist fasziniert von dem Buch und will mehr über den Autor herausfinden. Ein vermummter Mann kommt in den Buchladen seines Vaters und drängt ihn, ihm das Buch zu verkaufen. Der Erzähler weigert sich. Der vermummte Mann ähnelt einer Figur aus dem Buch… dem Teufel. Im Laufe der Zeit vermischen sich Realität und Fiktion: Das Leben des Erzählers wird mehr und mehr zum Spiegelbild des Lebens von Julián Carax. (Siehe auch hier auf dem Blog.)

1. Michael Ende: Die Unendliche Geschichte

Warum ist es Metafiktion? Unser junger Antiheld, Bastian Balthasar Bux, stiehlt ein Buch, fängt an, darin über die Abenteuer von Atréju in Phantásien zu lesen, und endet schließlich selber dort, in der „Unendlichen Geschichte“. Übrigens: Obwohl ich e-books gerne mag, lese ich dieses Buch lieber als echtes Buch.  Warum? Weil das gedruckte Buch selbst ein Teil der Leseerfahrung ist: die Handlung, die in unserer Welt stattfindet, ist in grün gedruckt. Die Handlung in Phantásienist in rot gedruckt. Als Bastian nach Phantásien reist, wird auch seine Geschichte rot. Und noch interessanter: das geheimnisvolle Buch, in das Bastian eintaucht, heißt Die Unendliche Geschichte und hat zwei Schlangen auf dem Einband, die ineinander verschlungen sind. Und das tatsächliche Buch, das die Leserin liest… heißt auch Die Unendliche Geschichte und hat zwei Schlangen auf dem Einband…

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Gelesen: Mai 2014

1. Deborah Harkness, A Discovery of Witches

Fantasy-Roman mit Hexen, Vampiren und Dämonen. Viel besser, als es klingt. Suchtpotential und erster Band der All Souls-Trilogie (der dritte Band erscheint im Sommer). Hier auf dem Blog habe ich schon neulich darüber geschrieben. Vor kurzem habe ich übrigens den zweiten Band der Trilogie angefangen – wahrscheinlich schreibe ich bald mehr dazu!

2. Virginia Woolf, A Room of One’s Own

„Let me imagine, since facts are so hard to come by, what would have happened had Shakespeare had a wonderfully gifted sister, called Judith, let us say.“ (Virginia Woolf)

Vor gar nicht langer Zeit habe ich ja Mrs Dalloway gelesen und das hatte mich darauf gebracht, endlich auch einmal A Room of One’s Own  in Angriff zu nehmen. 1929 erschienen, diskutiert Woolf hier Frauen und Literatur. Sehr lesenswert! Ich habe beim Lesen ganz viele Zitate angestrichen, die sicher noch lange in meinem Kopf herumschwirren werden.

3. Kazuo Ishiguro, The Remains of the Day

Wunderschön traurig. Siehe auch hier auf dem Blog.

4. George R. R. Martin, A Game of Thrones

So langsam arbeite ich mich ja durch den Stapel dicker Bücher durch, die ich vor einiger Zeit gestartet habe. Wobei man das Wort „Stapel“ virtuell sehen muss, lese ich Bücher doch meistens auf meinem Kindle. A Game of Thrones ist natürlich der erste Teil von George R. R. Martins Fantasy-Reihe A Song of Ice und Fire, auch bekannt durch die gleichnamige TV-Serie. Ich habe die bisher veröffentlichten Bücher alle im Laufe des letzten Jahres gelesen, aber habe noch einmal von vorne angefangen. Ich hoffe, dass mir so noch mehr Details auffallen und Zusammenhänge bewusst werden… und es überbrückt die Zeit, bis (hoffentlich bald!) der nächste Band der Reihe veröffentlicht wird.

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Full English Breakfast

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Sonntag! Wir haben den Tag auf die allerbeste Art begonnen: mit einem full English breakfast. Dazu gehört natürlich Toast, Ei, baked beans, Speck, Würstchen (hier auf dem Foto in der Form einer Frikadelle) Pilze, eine halbe Tomate, black pudding (eine Art Blutwurst), und hash browns.  Gewöhnungsbedürftig, vielleicht – aber einfach lecker. Jeden Tag könnte ich es allerdings auch nicht essen…

Full English Breakfast(Gegessen haben wir übrigens in der Arco Lounge im schönen Harborne, einer der Stadtteile im Süden von Birmingham.)

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