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Meine Jane Austen-Reise

„Hallo, mein Name ist Sarah und ich habe kein einziges Werk von Jane Austen gelesen, obwohl ich einen Universitätsabschluss in Anglistik habe.“ Bis vor kurzem stimmte dieser Satz. Ich habe immer schon viel gelesen, aus Spaß und früher auch für das Studium (das lange her ist), aber Jane Austen? Irgendwann hatte ich mal Sense and Sensibility angefangen und aus Langeweile bald abgebrochen. Das war es dann auch schon.

Dann aber… kam mein Kindle und damit die vielen kostenlosen Klassiker-Downloads. Im Hinterkopf hatte ich, dass Northanger Abbey eine gute Persiflage auf das Genre der gothic novel ist. Zumindest so viel ist noch von meinem Studium hängengeblieben! Und für gothic novels interessiere ich mich sehr. Also las ich das Buch und war positiv überrascht – es war wirklich amüsant zu lesen, wie Jane Austen sich über das Genre lustig machte.

Glücklich über den Erfolg las ich als nächstes Austen-Buch Emma. Gefiel mir leider nicht so gut wie Northanger Abbey. Fast dachte ich, dass Jane Austen mir eben doch nicht liegt. Aber! Als ich neulich wieder nach Lesestoff suchte, fand ich Pride and Prejudice auf meinem Kindle. Was kann ich sagen? Das Buch ist fantastisch. Zunächst ist es sehr humorvoll geschrieben, vor allem in den Charakterbeschreibungen. Mrs. Bennett. Lady Catherine de Burgh. Und vor allem Mr. Collins, der salbungsvolle Pfarrer. Zum anderen hat mich die Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Bennett und Mr. Darcy wirklich gefesselt. The course of true love never did run smooth. Ich weiss, das Zitat ist nicht von Jane Austen, sondern von einem anderen bekannten britischen Literaten – aber es passt perfekt auf die Geschichte von Elizabeth und Darcy. Was mich außerdem an dem Roman fasziniert hat, war es, in die Lebenswelt des frühen 19. Jahrhunderts einzutauchen. In eine Welt, in der die 27-jährige Charlotte Lucas einwilligt, Mr. Collins zu heiraten, um nicht als alte Jungfer zu enden. In der es den Ruf einer Familie zu ruinieren droht, wenn eine unverheiratete Tochter mit ihrem Geliebten alleine nach London fährt. In der Frauen ermahnt werden, ihre Zeit dem Klavierspielen und anderen schönen Künsten widmen.

Vielleicht sollte ich es als nächstes doch noch einmal mit Sense and Sensibility versuchen? Ich habe es schon oft erlebt, dass Bücher, die ich früher einmal furchtbar fand, mir nach ein paar Jahren viel besser gefallen. Kennt ihr das, liebe Leser?

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