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London im Januar

Gestern waren wir endlich mal wieder für einen Tag in London. Mit dem Zug geht das von Birmingham aus ganz schnell – weniger als anderthalb Stunden – und wenn man lange im Voraus bucht, ist es auch nicht so teuer. Die Ausstellung, die wir uns eigentlich ansehen wollten, war leider schon für den Tag ausverkauft, als wir an der Courtauld-Gallerie ankamen, was etwas ärgerlich war, weil ich sonst eigentlich immer besser organisiert bin und Eintrittskarten im Internet vorbestelle. Aber gut. Wir hatten auch so viel Spaß.

Unser Tag in London fing an mit ein bisschen Schaufensterbummel auf der Oxford Street und Mittagessen bei Patty & Bun, einer der angesagtesten, leckersten Burger-Läden:

row of shopsEin Foto von meinem Ari Gold Cheeseburger habe ich leider nicht, der war nämlich so lecker, dass keine Zeit zum Fotografieren blieb.

Weiter ging es mit einem Spaziergang am Fluss entlang, in bitterer Kälte, aber bei schönstem Sonnenschein:

river Thames

sphinx Dann noch ein bisschen Einkaufen in Covent Garden, Stöbern im riesigen Buchladen Foyles an der Charing Cross Road, und bei Hamleys auf der Regents Street die Legofiguren bestaunen.

Neal's YardHamley'sUnd ins Museum sind wir auch noch gekommen, und zwar ins gute, alte British Museum, das sowieso immer eine Reise wert ist:

British MuseumMach’s gut, London, und bis bald!

P.S.: Bald kommen hier von mir auch wieder Buchbesprechungen – die ersten zwei Bücher für 2015 habe ich diese Woche ausgelesen!

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British Museum

British Museum

Buchbesprechungen gibt es von mir gerade nicht (obwohl etwas in Arbeit ist…), deswegen hier ein Foto von einem meiner Lieblingsorte in London: das British Museum. Genauer gesagt, der Reading Room im Herzen des Museums. 1857 gebaut, 2000 restauriert. Meine liebste Erinnerung an den Reading Room ist die tolle Ausstellung über die Terrakotta-Armee, die ich dort vor einigen Jahren besucht habe.

Der Great Court um den Reading Room herum ist auch toll: weitläufig, lichtdurchflutet. Es gibt in einer Ecke auch ein kleines Café, in dem man gut sitzen, einen Kaffee und ein Sandwich zu sich nehmen,  die Füße nach dem Laufen durchs Museum ausruhen kann!

Das Museum an sich ist sowieso toll: ägyptische Altertümer, riesige geflügelte Bullen aus Babylonien, mittelalterliche Schätze, atemberaubend schöne griechische Skulpturen, … um nur einige meiner Lieblingssammlungen zu nennen. Es ist auf jeden Fall immer einen Abstecher wert!

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Virigina Woolf, Mrs Dalloway

„Mrs. Dalloway said she would buy the flowers herself.“

Gibt es eigentlich noch etwas, das ich über Mrs Dalloway sagen kann, das nicht schon an anderer Stelle besser gesagt worden ist? Das Buch ist ein Klassiker, darüber sind sich wahrscheinlich die meisten Leserinnen einig.

Deswegen vielleicht nur ein paar persönliche Bemerkungen von mir: Mrs Dalloway ist eines von diesen Büchern, mit denen ich mich erst über mehrere Jahre angefreundet habe. Zum ersten  Mal hatte ich es im Studium gelesen, von Anfang bis Ende, aber (das weiß ich im Nachhinein) nicht wirklich verstanden.  Wenn ich mich richtig erinnere, fand ich das Buch ziemlich langatmig. Das war besonders schade für mich, weil Michael Cunninghams grandioser Roman The Hours, der natürlich auf Mrs Dalloway basiert, einer meiner Lieblingsromane in meiner Unizeit war.

Vor ein paar Jahren habe ich es dann wieder mit Mrs Dalloway versucht. Der Roman gefiel mir besser, machte mehr Sinn, aber auf die Liste meiner Lieblingsbücher schaffte er es immer noch nicht.

Und jetzt? Aus irgendeinem Grunde packte es mich letzte Woche wieder, und ich las das Buch noch einmal. Was kann ich sagen? Es hat mich einfach umgehauen – es war ein atemberaubendes Leseerlebnis. Die Sprache! Die Übergänge von einer Erzählperspektive zur anderen! Das Gefühl, dass alle Menschen und alle Dinge im Leben miteinander verbunden sind! Die Bemerkungen und Beobachtungen über die Rolle der Frau in der Gesellschaft! Über den Umgang mit psychisch Kranken! Über das englische Klassensystem! Beim Lesen hatte ich an so mancher Stelle das Gefühl, die Sommerluft Londons auf meiner Haut spüren zu können.

Hier noch zwei schöne Links: Auf der Webseite der British Library gibt es ein Foto von einer Originalmanuskriptseite von Mrs Dalloway. Und auf der Webseite der Virginia Woolf Society of Great Britain kann man den Spaziergang von Westminster bis zum Regent’s Park nachverfolgen. Vielleicht werde ich, wenn ich das nächste Mal in London bin, auch ein bisschen auf den Spuren von Mrs Dalloway wandeln…

Westminster von oben

Westminster von oben

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Gleis Neundreiviertel, King’s Cross Station

„There was a big plastic number nine over one platform and a big plastic number ten over the one next to it, and in the middle, nothing at all.“ (J.K. Rowling, Harry Potter and the Philosopher’s Stone, London: Bloomsbury, 2001, S. 69)

Jede weiß es: wenn man mit dem Zug nach Hogwarts fahren möchte, muss man im King’s Cross-Bahnhof in London den Hogwarts Express vom Gleis Neundreiviertel nehmen. Wie? Das ist alles nur Fiktion? Quatsch. Als Beweis hier ein Foto, das ich vor ein paar Jahren in London geknipst habe!

Platform 9 3/4

Von der Seite sieht man es noch etwas genauer:

Platform 9 3/4

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Ein ganz besonderer London-Reiseführer

„The London Season proper extends from the beginning of May to the end of July. Parliament is then sitting, the Royal Academy and other annual exhibitions are open, the opera and the theatres are their best, and social gaiety is at its height.“ (L. Russell Muirhead (Hrsg.), Short Guide to London, London: Ernest Benn Limited, 1956).

London guide book

Ich lese mich immer noch durch meine dicken Wälzer, aber in der Zwischenzeit würde ich euch gerne dieses kleine Juwel von einem Reiseführer zeigen: The Short Guide to London aus der Serie The Blue Guides, herausgegeben von L. Russell Muirhead und erschienen beim Verlag Ernest Benn Limited in London im Jahre 1956. Ich habe ihn vor einiger Zeit im Bücherdorf Hay-on-Wye gefunden habe. Überhaupt, hach, Hay-on-Wye… das ist auf jeden Fall eine Reise – und einen eigenen Blogeintrag – wert.

Wie gesagt, dieser London-Reiseführer stammt aus dem Jahre 1956. Das Alter macht ihn vielleicht nicht gerade praktisch für einen Besuch im London des Jahres 2014, aber dafür ist er umso spannender zu lesen.

Beim Lesen bekommt man einen faszinierenden Einblick in eine Zeit, in der Touristen noch per Transatlantikliner in Großbritannien ankamen, und in der Gepäckträger an jedem Bahnhof bereitstanden. Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs sind noch spürbar:

„Owing to the destruction of a number of hotels during the war and the severity on restrictions on building, accommodation in London is very short and it is essential to engage rooms in advance.“

Einige Dinge haben sich aber in den letzten sechzig Jahren nicht geändert. Die großen Attraktionen, also zum Beispiel die National Gallery, das British Museum, Konzerte in der Royal Albert Hall, Regent’s Park – um nur einige meiner Lieblingsorte zu nennen – sind alle noch da. Und auch sonst sind einige Dinge gleich geblieben:

„To those who can afford more, London offers unrivalled facilities for living at any scale of expense they choose.“

Vielleicht eine Schnapsidee, aber ich bekomme gerade so richtig Lust, mal wieder einen Ausflug nach London zu machen und dabei diesem Reiseführer zu folgen.

London

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Fundstücke, Nummer 3

Der Autor Carlos Ruiz Zafon hat auf seiner Webseite eine Karte veröffentlicht, mit der man auf den Fußspuren von Der Schatten des Windes durch Barcelona spazieren kann: The Shadow of the Wind Walk.

Die Journalistin Alison Flood schreibt im Guardiandass sie sich an den Inhalt der meisten Bücher, die sie gelesen hat, nicht erinnern kann.  Das kommt mir leider sehr bekannt vor… Kennt ihr das auch? Darf ich überhaupt sagen, dass ich Ann Radcliffes Castle of Otranto, oder Ian McEwans Atonement, oder Thomas Manns Buddenbrooks gelesen habe, wenn ich mich noch nicht einmal an die Namen der Hauptfiguren erinnere? Mein einziger Trost ist, dass ich anscheinend nicht die einzige Leserin bin, der so etwas passiert…

Und noch ein Städtetipp, der allerdings so gar nichts mit Literatur zu tun hat: Blogger Konstantin Binder schreibt auf London Leben über einen Fluss (natürlich nicht die Themse), der direkt über die Gleise der U-Bahn-Station Sloane Square umgeleitet worden ist. Wahnsinn! Die Station habe ich auch schon benutzt, das grünen Metallrohr auch bestimmt gesehen, aber eben nicht wirklich wahrgenommen…

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Maison Bertaux in London

Dieser Post hat gar nichts mit Büchern zu tun, aber ich wollte auf diesem Blog unbedingt von einem meiner Lieblingsorte in London erzählen! Das Café Maison Bertaux gibt es schon seit 1871 in der Greek Street in Soho.  Laut der Webseite ist es London’s oldest (and best) patisserie.

Maison Bertaux in London

Es ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Auswahl an Gebäck und Törtchen – alles sehr fein und französisch – ist phänomenal, die Bedienung liebenswert und die Einrichtung… Nun, die Einrichtung ist für mich eine der Hauptattraktionen. Die Tische und Stühle sehen aus, wie auf dem Flohmarkt zusammengesucht. An den Wänden gibt es Kunst, es ist also immer etwas zum Anschauen da. Das Café besteht im übrigens aus zwei Häusern, direkt nebeneinander. Vielleicht kann man das auch auf dem Foto erkennen. Wenn es im Haupthaus voll ist, kann man dort an der Theke bestellen und geht dann einfach ins Nebenhaus, wo einem bald die Bestellung serviert wird. Zum Bezahlen gebt man dann am Ende einfach wieder nach nebenan.

Im Internet habe ich gerade noch ein nettes Interview mit der Inhaberin Michelle Wade gefunden. (Im Hintergrund zu sehen: die Köstlichkeiten im Schaufenster!)

Also, wenn ihr mal in London seit und Hunger auf Kuchen habt: unbedingt hingehen! Man kann da auch bestimmt zu Kaffee und Kuchen gut ein Buch lesen… Jetzt habe ich den Bogen zum Lesen also doch noch geschlagen!

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