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Kazuo Ishiguro, The Remains of the Day

Wenn ich eine Liste meiner allerliebsten Lieblingsbücher zusammenstellen müsste, würde ich zuerst seufzen, dass so eine Aufgabe fast unmöglich ist, dann aber auf jeden Fall The Remains of the Day (Was vom Tage übrig blieb) von Kazuo Ishiguro auf die Liste stellen. 1989 hat Ishiguro für diesen Roman den Booker-Preis gewonnen, und das Werk ist später auch mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in den Hauptrollen verfilmt worden.

„It seems increasingly likely that I really will undertake the expedition that has been preoccupying my imagination now for some days.“

Ich finde es schwierig, über das Buch zu schreiben, ohne zuviel von der Handlung zu verraten. Nur so viel: Es ist ein kompakter, relativ kurzer Roman, Mitte der 1950er Jahre in England spielend, in dem der Ich-Erzähler, Mr. Stevens, eine Autofahrt durch Südengland unternimmt und sich dabei immer wieder in Erinnerungen an sein Leben als Butler eines (einstmals) angesehenen britischen Lords verliert.

„But perhaps one should not be looking back to the past so much.“

Immer wieder drehen sich die Gedanken von Stevens um ein Thema: Würde. Was macht einen guten Butler aus? Dass er in jeder Situation Würde zeigt (so sagt jedenfalls Stevens). Was ist Würde? Wie zeigte sich diese Würde in der Vergangenheit unseres Erzählers? Und überhaupt – wie erinnern wir uns an die Vergangenheit? Beim Lesen wird langsam und zart deutlich, dass Bedauern ein weiteres großes Thema im Leben des Erzählers ist. Und gerade dieses Bedauern war es auch, dass mich gegen Ende des Buches dazu gebracht hat, ein paar Tränen zu vergießen. Aber, wie schon gesagt, ich möchte nicht zu viel verraten.

„After all, there’s no turning back the clock now. One can’t be forever dwelling on what might have been.“

Am Ende bleibt nur eine Frage offen: Warum verwechsele ich andauernd den Titel The Remains of the Day mit The End of the Affair von Graham Greene (übrigens auch ein Lieblingsbuch von mir)?!

Und hier als allerletztes Wort noch ein Link zu Fotos von einer Ausgabe des Buches mit Randnotizen des Autors auf der Guardian-Webseite. Höchstinteressant!

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