Schlagwort-Archive: mein Manuskript

Über Kapitel

Nach einer Pause habe ich neulich mit der nächsten Überarbeitungsrunde angefangen, wie schon hier auf dem Blog beschrieben. Das Überarbeiten geht langsam (aber sicher) voran, und ich arbeite mich Kapitel für Kapitel durch mein Manuskript durch.

Meine Kapitel sind zwischen 10 und 15 Seiten lang. Bei einem Buch von etwa 200 Seiten (im Format der berühmten Normseite) macht das also ungefähr 20 Kapitel.

Als Leserin mag ich Bücher mit (relativ) kurzen Kapiteln am liebsten. Ich sehe gerne, wo natürliche Pausen im Erzählfluss sind. Das ist vor allem wichtig für mich, weil ich viel unterwegs lese – fünf Minuten beim Warten auf den Zug, fünfzehn Minuten in der Mittagspause im Büro, und so weiter.

Was mich viel weniger anspricht: Bücher ohne Kapitel und – vor allem – ohne Absätze. Lange Texte im Blocksatz. Da brauche ich immer eine Weile,  um mich einzulesen. Aber das ist wahrscheinlich auch bei jeder Leserin anders.

Zurück zu „meinen“ Kapiteln. Beim Schreiben hatte ich jedem Kapitel einen sehr deskriptiven Titel gegeben. Zum Beispiel: Der Abend der Theaterpremiere. Das war vor allem eine Hilfestellung für mich, weil ich so auf einen Blick sehen konnte, worum es in dem Kapitel noch einmal ging. Toll fand ich die Titel allerdings nicht, weil sie so schwerfällig waren. Sie waren eben immer nur eine Art Baugerüst, das am Ende der Arbeit wieder abgebaut wird. Bei der letzten Überarbeitungsrunde habe ich sie dann auch wieder gestrichen.

Kurz hatte ich es noch in Erwägung gezogen, jedem Kapitel ein Zitat aus Shakespeare, Schiller oder der Bibel voranzustellen (alle hängen im weitesten Rahmen mit der Handlung zusammen), aber das schien mir dann doch etwas zu pretentiös. Jetzt habe ich also ein 1. Kapitel, 2. Kapitel, 3. Kapitel etc, und bin damit sehr glücklich!

Was meint ihr? Kapitel – wichtig oder unwichtig?

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Ich schreibe einen Roman: Der Anfang

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich die ersten Worte von meinem derzeitigen Manuskript geschrieben habe. Es klingt sogar komisch, das Wort „derzeitig“ zu benutzen, denn es ist lange her, dass ich an etwas anderem gearbeitet habe…

Wie auch immer. Die Stelle, mit der ich mich am meisten beschäftigt habe, ist der Anfang. Immer wieder bin ich zu den ersten zwanzig, dreißig Seiten zurückgekehrt. Im Laufe der Zeit habe ich die Sätze und Wörter poliert und heute ist der Anfang einer der Teile meines Manuskripts, auf die ich am stolzesten bin. Ein Geständnis: Die ersten paar Sätze kann ich schon fast auswendig aufsagen, so sehr habe ich an dem Text gefeilt.

Wenn ich einmal das fertige Buch anderen Menschen zum Lesen gebe, möchte ich schließlich nicht, dass sie es nach den ersten paar Seiten gelangweilt zur Seite legen. (Und dazu hätten sie alles Recht der Welt – ich habe ja neulich hier auf dem Blog schon geschrieben, dass man kein Buch zu Ende lesen sollte, dass einem nicht gefällt.) Das wird sogar noch kritischer, wenn ich das Manuskript tatsächlich an Verlage schicke, denn die meisten möchten nur das erste Kapitel oder die ersten paar Dutzend Seiten erhalten.

Habe ich es richtig gemacht mit meinem Einstieg? Auf literaturcafe.de gibt es einen amüsanten Beitrag über die 5 peinlichsten Romananfänge von Hobby-Autoren. Glück gehabt – mein Anfang fällt in keine der Kategorien!

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Über das Überarbeiten

(Entschuldigung, das Wortspiel im Titel musste einfach sein.)

„Writing is essentially rewriting and rewriting everything to death, so I spend a lot of hours there in the studio trying to make the language work to paint each picture in the reader’s mind and generally deploring how lousy my efforts turn out to be“ (In Conversation with Carlos Ruiz Zafon in: Carlos Ruiz Zafon, The Prisoner of Heaven, Kindle edition.)

Mein Manuskript steht. 52000 Wörter, 200 Seiten. Hurrah! Die Geschichte ist erzählt. Aber fertig bin ich noch lange nicht. Jetzt geht es ans Überarbeiten. Den ersten gründlichen Durchgang habe ich hinter mir, den Weihnachtsferien sei Dank. Dabei sind schon eine ganze Reihe Verbesserungen, Streichungen, Umstellungen angefallen.

Jawohl, es gab auch die ein oder andere Unstimmigkeit. Zum Beispiel ging mein Hauptdarsteller an einer Stelle vier Treppen zu seiner Wohnung hinauf – obwohl er im fünften Stock wohnte. Hmmmm. Oder jemand kam mit tropfend nassem Haar aus der Dusche, obwohl er ein paar Seiten zuvor noch stoppelkurz rasiertes Kopfhaar hatte.

Für den zweiten Durchgang habe ich mir vorgenommen, dem Konzept der 10-Punkte-Text-ÜV von Andreas Eschbach zu folgen, das er auf seiner Webseite beschreibt. Ich werde jetzt nicht alles Wort für Wort wiederholen, steht ja schließlich auf Herrn Eschbachs Webseite zum Nachlesen. Nur so viel: es kommt ganz schön viel Arbeit auf mich zu. Aber das ist auch gut so. Je mehr ich tun kann, um den Text lesenswert zu machen, umso besser.

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50.700 Wörter

700 neue Wörter. Nicht schlecht für einen Abend, oder?

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Übersetzungsfallen

Ich lebe nun schon seit neun Jahren im Ausland und spreche mehr Englisch als Deutsch. Manchmal schleichen sich kleine interkulturelle Fehler in meine Texte ein. So habe ich den Hauptdarsteller in meinem Romanmanuskript am Dezemberanfang einen Weihnachtsbaum schmücken lassen. Das ist hier in England völlig normal, aber mir viel erst beim Gegenlesen auf, das in der Deutschland der Weihnachtsbaum erst am Heiligen Abend ins Wohnzimmer kommt. Und mein Held lebt nun einmal in einer deutschen Großstadt und nicht in einer englischen Grafschaft. Also habe ich kurzentschlossen den Tannenbaum gegen einen Adventskranz ausgetauscht. Der ist etwas weniger bombastisch, aber immer noch festlich.

Manchmal – selten, zum Glück – übersetze ich völlig falsch aus dem Englischen ins Deutsche. Da schreibe ich dann zum Beispiel: Er brauchte das Badezimmer (He needed the bathroom – Er musste auf die Toilette gehen) oder Ich habe neue Freunde gemacht (I made new friends  – Ich habe neue Freundschaften geschlossen).

Eine andere Herausforderung, die alle Expats kennen, ist es, dass ich tagsüber im Büro auf einer englischen Tastatur schreibe – QWERTY genannt nach der Reihenfolge der Buchstaben in der obersten Reihe. Abends zu Hause stelle ich meinen Laptop auf die deutsche QUERTZ-Tastatur um. Ich möchte schließlich auch Umlaute in meinem Text haben. Wie oft ich dabei beim Tippen Y und Z verwechsele, sage ich nicht. Aber für mein Gehirn wird es bestimmt ein gutes Training sein.

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50.000 Wörter

Der erste Blogeintrag. Sagt man überhaupt Blogeintrag? Wie auch immer, mit irgendetwas muss ich ja anfangen, also warum nicht mit guten Nachrichten?

Irgendwo habe ich gelesen, dass ein idealer Roman 70.000 Wörter hat. Gestern habe ich selber die 50.000 Marke erreicht.  So fehlen also noch 20.000 Wörter zur Ideallänge, aber für den NaNoWriMo würde es immerhin schon reichen.

Jpeg

Yay me!

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