Schlagwort-Archive: Neil Gaiman

Gelesen: März 2014

Christopher Isherwood, A Single Man

Hier auf dem Blog habe ich schon über diesen Klassiker des zwanzigsten Jahrhunderts geschrieben.

Miranda Dickinson, When I Fall in Love

Britische Chick lit. Ich wollte etwas Leichteres zur Ablenkung lesen, und habe mich von dem Eiffelturm auf dem Cover verleiten lassen. Dann habe ich allerdings beim Lesen schnell gemerkt, dass das Buch gar nicht in Paris, sondern in Brighton spielt. Nach Paris geht es nur für eine Reise auf den letzten 100 Seiten. Naja, das sollte mich ja eigentlich nicht vom Lesevergnügen abhalten. Trotzdem hat mir das Buch nicht sonderlich gut gefallen – ich mochte die Sprache nicht so sehr, die Charaktere haben sich oft wie wandelnde Klischees verhalten und es war von Anfang an klar, mit welchem Mann die Heldin Elsie Maynard am Ende zusammenkommen würde. Aber das ist nur meine persönliche Meinung – die meisten Bewertungen beim großen Online-Buchhändler zum Beispiel sind sehr positiv…

David Levithan, Boy Meets Boy

Wiederum habe ich hier auf dem Blog schon darüber geschrieben.

Neil Gaiman, Death: The High Cost of Living

Death („Tod“) ist ja eine meiner Lieblingsfiguren aus der Sandman-Saga. Sie ist kein düsterer Sensenmann, sondern eine fröhliche junge Frau im Goth-Look. Diese graphic novel ist ganz ihr gewidmet und den Abenteuern, die sie erlebt, als sie einen Tag unter den Menschen verbringt:

„One day in every century Death takes on mortal flesh, better to comprehend what the lives she takes must feel like, to taste the bitter tang of mortality: and this is the price she must pay for being the divider of the living from all that has gone before, all that must come after.“

Neil Gaiman, Sandman. Brief Lives

Der siebte Band in der Sandman-Serie. Mir haben ja bislang alle Bände unheimlich gut gefallen, aber dieser hier war ganz besonders gut. Vielleicht, weil ich die Figur Delirium (die kleine Schwester der Hauptfigur Dream) liebgewonnen habe. Oder, weil ich roadtrips gerne mag. Oder, weil sich die Handlung so langsam auf ein Ende hin zuspitzt. Drei Bände habe ich (nur) noch vor mir…

Bastien Vivès, Polina

Auch über diese wirklich bezaubernde Graphic Novel habe ich schon etwas auf diesem Blog geschrieben.

***

Angefangen und Abgebrochen: Jasper Ffordes The Eyre Affair. Nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hat. Im Gegenteil – ich hatte als Studentin schon einmal die ganze Thursday Next-Serie gelesen und geliebt. Aber leider hatte sich jemand anders das Buch in der Stadtbücherei schon reservieren lassen, so dass ich meine Ausleihe nicht verlängern konnte. Schade – ich war zu langsam beim Lesen!

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Stöckchen: Bücher ganz oben auf meiner Wunschliste

Ich habe bei Packing books from boxes mein allererstes Stöckchen aufgesammelt! Eigentlich besteht es nur aus einer Frage: Welche fünf Bücher stehen ganz oben auf deiner Wunschliste?

Also, los geht’s:

1. Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek

Von Murakami haben wir hier (dem Ehemann sei Dank) einiges im Regal stehen. Bislang habe ich nur Naokos Lächeln gelesen, was mir allerdings unheimlich gut gefallen hat. Von der Unheimlichen Bibliothek habe ich mittlerweile auf soooo vielen Blogs (um nur ein Beispiel zu nennen, The Coffee Site) tolle Besprechungen gelesen, dass ich es unbedingt lesen möchte. Nur leider ist es eines der Murakami-Bücher, die wir noch nicht besitzen…

2. David Levithan: Boy Meets Boy

Weil dieser Roman für junge Erwachsene nach einer wunderschönen Liebesgeschichte klingt.

3. Neil Gaiman: Brief Lives

Weil ich ein bisschen süchtig nach Neil Gaimans Werken bin, und unbedingt wissen muss, wie es mit der Geschichte vom Sandman weiter geht.

4. Daniel Kehlmann: F

Weil ich immer auf der Suche nach deutscher Literatur bin (etwas schwieriger zu beschaffen, wenn man im Ausland lebt, aber dank Internet dann doch nicht sooo schwierig) und – wie oben – schon viel Gutes darüber gelesen habe (zum Beispiel auf Philea’s Blog).

5. Der nächste Band von George R. R. Martins A Song of Ice and Fire

Das ist leider Wunschdenken, zumindest, was die nähere Zukunft angeht. A Dance with Dragons ist im Juli 2011 erschienen, und seitdem warten die Fans auf die Fortsetzung. Laut Wikipedia wird es mindestens bis 2015 dauern… oh je. Aber immerhin habe ich seit gestern die dritte Staffel von Game of Thrones, der TV-Serie, die auf den Büchern basiert, hier bei mir zu Hause…!

Und jetzt seid ihr dran! Hebt das Stöckchen gerne auf, wenn ihr möchtet!

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Aufsätze über Shakespeare

Stratford-upon-Avon

Shakespeares Geburtshaus in Stratford-upon-Avon

Manchmal wird die innere Anglistin in mir wach, und ich suche ein paar Aufsätze zu dem einen oder anderen Thema zusammen und lese sie. Diese Woche hatte ich Lust auf Shakespeare und – mein neuster Lieblingsautor – Neil Gaiman* und seine Sandman-Reihe, über die ich ja schon neulich hier auf dem Blog geschrieben habe.

Im Folgenden also mein Literaturwissenschaft-Lesestoff der vergangenen Woche:

Sarah Annes Brown (2009) “’Shaping Fantasies’: Responses to Shakespeare’s Magic in Popular Culture”, Shakespeare, 5:2, 162-176.

Browns These ist dass die Literaturwissenschaft damit aufgeräumt hat, dass ein Dichter ein „divinely inspired prophet“ (S. 163) ist – aber dass eben genau diese Auffassung „is still very much at work within responses to Shakespeare in popular culture“ (S. 163). Um dies zu beweisen, zieht sie drei Werke heran: Neil Gaimans The Sandman, Terry Pratchetts Lords and Ladies (welches ich selber nicht gelesen habe), und die Doctor Who-Folge „The Shakespeare Code“ von Gareth Roberts (sehr sehenswert!).

Im Sandman kommt Shakespeare an drei Stellen vor – und er hat eine wichtige Rolle im Gesamtwerk. (Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, zumal ich selber als Leserin noch in der Mitte der Reihe bin…) Ich habe jedenfalls beim Lesen des Aufsatzes so einiges gelernt und einen neuen Blickwinkel auf Gaimans Werk gefunden.

„In a sense what Gaiman is doing is retrospectively supplying some of Shakespeare’s missing source material, implying genuine supernatural inspiration for his representations of fairies and wizards, creating beings who seem to be authors of our human drama.“  (S. 166)

Annalisa Castaldo (2004) “’No More Yielding than a Dream’: The Construction of Shakespeare in The Sandman”, College Literature 31:4, 94-110.

In diesem Aufsatz geht es über Shakespeares scheinbar zeitlosen Status als Literaturstar und Genie (genius). Castaldo untersucht, was in Neil Gaimans Sandman die Quelle dieses Genies ist:

“Sandman, written by Neil Gaiman, uses Shakespeare to explore the idea that genius is itself a responsibility which leads to burdens almost too great to bear, an idea which reflects both the modern view of genius and the life of Gaiman as he created the comic.” (S. 98)

Generell fand ich diesen Aufsatz gut als eine Einleitung zur Sandman-Serie insgesamt. Und es gab ein paar interessante Einblicke in die Beziehung zwischen Autor und Werk, Neil Gaiman und Shakespeare:

„Like Shakespeare, Gaiman finds himself praised for creating something completely new and innovative, while uneasily aware that most of the plots and characters, and much of the world view, is borrowed from sources now obscured by his creation.“ (S. 107)

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*“Lieblingsautor“ sei hier bitte im allerweitesten Sinne verstanden. Ich habe es immer schon schwierig gefunden, eine einzige Autorin oder einen einzigen Autor zu meinem Lieblingsautor(in) zu krönen. Also habe ich immer eine Handvoll Namen im Kopf, die ich bei Bedarf auflisten kann.

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Fundstücke, Nummer 2

Ein wunderschöner Tumblr über Kunden und ihre Lieblingsbücher in einer Chemnitzer Buchhandlung (via  @LitFeuilleton).

Eine Liste aus dem The Telegraph von zehn (englischen) Zitaten aus der Literatur, die oft falsch zitiert werden: Ten literary quotes we all get wrong. Zumindest bei einem Zitat bin ich textsicher: “Double double, toil and trouble” geht mir nicht mehr aus dem Kopf, seit wir in der 11. Klasse im Englisch-Leistungskurs eine innovationsfreudige Referendarin hatten, die uns in Dreiergruppen die Hexen-Szene aus Shakespeares Macbeth einstudieren und vor dem Kurs afführen lies. In unserer Gruppe waren wir übrigens zu viert. Da es bekanntlich nur drei Hexen in der Szene gibt, spielte meine Freundin Nadine „den Wind“, indem sie mit ein paar Buntstiften sanft gegen den Tuerrahmen trommelte. Das ist wirklich wahr.

Ein interessanter Essay über Schreiben und Inspiration von Neil Gaiman: Where do you get your ideas? Mit einer überraschend einfachen Antwort am Ende des Essays.

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Neil Gaiman, Sandman

Wer ist eigentlich Neil Gaiman? Mr Gaiman ist ein multitalentierter britischer Autor von Romanen, Kinderliteratur, zwei Doctor Who-Folgen.. und ich habe bestimmt noch einiges vergessen. Wer mehr wissen möchte, kann bei seinem Twitter-Konto oder auf seinem Blog vorbeischauen. Außerdem ist er auch schon einmal bei den Simpsons aufgetaucht (die Folge habe ich nämlich neulich durch Zufall im Fernsehen gesehen).

Am berühmtesten ist Neil Gaiman wahrscheinlich für die Reihe der Sandman-Comics, die von 1989 bis 1996 erschienen ist. Die einzelnen Geschichten sind in 10 Bänden zusammengefasst. Auf der Rückseite steht, dass man die Baende nicht chronologisch lesen muss. Ich lese mich gerade schneller als mir lieb ist durch die Serie, und bin ungefähr in der Mitte.

Die Hauptfigur ist der Sandman, obwohl er in den Comics selber nie so genannt wird. Er ist Herrscher über die Welt der Traueme und trägt mehrere Namen: Dream, Morpheus, Lord of Dreams… (keine Ahnung, ob die in der deutschen Übersetzung auch mitübersetzt worden sind) … Die Saga fängt damit an, dass Dream von einem englischen Okkult-Magier gefangen genommen worden ist. Nach mehreren Jahrzehnten des geduldigen Ausharrens in der Gefangenschaft kommte er frei. Die Geschichte handelt nun davon, wie er sich in der Welt wieder zurechtfindet und sein Reich wieder in Ordnung bringt (…denn ein paar Dinge sind in seiner Abwesenheit ausser Kontrolle geraten). Der Plot ist allerdings nicht geradlinig, sondern es gibt viele Abstecher in andere, in sich geschlossene Geschichten. In manchen taucht Dream nur kurz am Rande auf, aber ich habe das Gefühl, dass sie uns alle verschiedene Facetten der Figur zeigen. Vielleicht fügt es sich bis zum Ende der Saga doch noch zu einem großen harmonischen Etwas zusammen.

Neil Gaiman hat mit den Sandman-Comics eine Welt erschaffen, in die man beim Lesen völlig eintauchen kann. Die Geschichte(n), die er erzählt, sind unglaublich reichhaltig und vielseitig. (Es gibt sogar eine ganze Reihe Leute, die gelehrte Aufsätze über den Sandman geschrieben haben.) So bezieht sich Gaiman oft auf Weltiteratur. Zum Beispiel geht es in einer Geschichte um Shakespeares Sommernachtstraum und seine Entstehung (nur so viel sei verraten: Dream hat seine Finger dabei im Spiel). An anderen Orten werden Anspielungen gemacht auf Lord of the Rings, Stephen King, The Wizard of Oz – und das sind nur die Verweise, die mir beim ersten Lesen aufgefallen sind.

Die Haupthandlung spielt in der Gegenwart (England und USA), aber wir werden beim Lesen oft in andere Zeiten versetzt und treffen auf Figuren aus der Weltgeschichte, zum Beispiel den Kaiser (ja, wirklich!) von Amerika, Robespierre und Saint-Just aus den Zeiten der Französischen Revolution, der Kaiser Augustus im antiken Rom, … Außerdem macht Gaiman Anleihen bei der Mythologie der verschiedensten Kulturen. Zum Beispiel Baba Jaga (slawische Mythologie). Kalliope (griechische Mythologie), afrikanische Mythologie…

Zum Genre: An manchen Stellen schreibt Gaiman puren Horror. Es tauchen auf: Serienmörder, Vergewaltiger, schwarze Magie. Bei ein paar Bildern musste ich wegschauen. Und ich lese den Sandman lieber nicht direkt vorm Schlafengehen, wenn ich seltsame Träume vermeiden moechte.

Der Horror ist nicht so mein Ding, aber was mir umso mehr gefällt, ist der bunte Reigen an Nebenfiguren. Die Anleihen aus der Geschichte, Literatur und Mythologie habe ich ja schon erwähnt. Dann gibt es zum Beispiel noch die Geschwister von Dream – alle zusammen die Endless genannt. Eine meiner Lieblingsfiguren ist seine Schwester Death. Hier ist der Tod kein unheimlicher Sensenmann, sondern eine junge Frau im Goth-Outfit – freundlich und herzlich und irgendwie lebensmunter. Die Menschen, denen sie bei ihrem Tod erscheint, gehen gerne mit ihr. Auch viele andere Nebenfiguren sind mit viel Sympathie gezeichnet und erscheinen einfach menschlich, zum Beispiel das lesbische Paar Hazel und Foxglove, Nachbarinnen von Barbie, der Heldin in A Game of You.

Im Moment bin ich ganz fasziniert von Metafiktion, und auch im Sandman gibt es viele metafiktionale Elemente. Hier nur ein paar Zitate:

„What is this? Some kind of moment of revelation? Like in the books? Is this where I find out I was abused as a child and I’ve been blocking it all these years?“

(Neil Gaiman, The Sandman: A Game of You, New York: DC Comics, 1993)

„You shouldn’t trust the story-teller; only trust the story.“

(Neil Gaiman, The Sandman: Fables and Reflections, New York: DC Comics, 1993)

Das ist etwas, über das ich gerne noch mehr nachdenken würde.

Ach so, und außerdem muss ich beim Namen Sandmann natürich immer an die klassische Erzählung von E.T.A Hoffmann denken. Die ist auch sehr lesenswert und sehr gruselig!

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