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Michael Cunningham, By Nightfall

New York

(Ich lese nicht nur graphic novels, auch wenn dieser Blog wahrscheinlich einen anderen Eindruck macht…)

Michael Cunninghams The Hours ist eines von meinen allerliebsten Lieblingsbüchern. Ich bin also mit großen Hoffnungen an sein jüngestes Werk, By Nightfall (2010 veröffentlicht), herangegangen.

„And it seems we’ve all gone directly from struggling to survive to being semi-established and beside the point.“

Das Buch spielt, wie schon ein Teil von The Hours, in New York. Bücher in New York lese ich immer gerne, das ist also auch schon mal gut. Und in der Tat ist eine Szene, die mir am meisten im Kopf geblieben ist, das Kapitel, in dem die Hauptfigur Peter durch das nächtliche Manhattan – von SoHo bis zum Financial District – streift und dabei ein Telefongespräch mit seiner erwachsenen Tochter führt.

„How can Mizzy, alone among the realm of men, excite him so? Is it possible to be gay for one man only?“

Es geht um einen Kunsthändler, Peter, im mittleren Alter, der gerade eine kleine (große?) midlife crisis durchmacht. Seine Ehe ist glücklich aber auf alten Bahnen festgefahren. Seine Tochter ist ihm gegenüber abweisend. Seine gute Freundin verkündet, dass sie an unheilbarem Brustkrebs erkrankt ist. Der junge Bruder seiner Frau, das schwarze Schaf der Familie, taucht mehr oder weniger unangekündigt auf und… bringt sein Leben durcheinander. Peter fühlt sich von dem jungen Mann angezogen – ist er schwul oder ist auch das nur ein Zeichen seiner midlife crisis?

Das schlechteste am Buch (für mich): die Hauptfigur ist ein Kunsthändler und es gibt Seiten über Seiten an Gedanken über Kunst. Nicht, dass ich Kunst nicht zu schätzen weiß, aber ich sehe sie mir lieber selber in Museen an, anstatt Essays darüber (verhüllt als Gedanken einer Romanfigur) zu lesen.

Mein Fazit: Naja. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen, weil Cunningham mit The Hours eines meiner absoluten Lieblingsbücher geschrieben hat, aber die Handlung von By Nightfall ist für mich ein bisschen zu sehr dahergeplätschert. Kann man lesen,  muss man aber nicht.

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