Schlagwort-Archive: Shakespeare

Heinrich Heine, Shakespeares Mädchen und Frauen

Shakespeares Mädchen und Frauen ist eine Sammlung von Essays von Heinrich Heine über die weiblichen Figuren in Shakespeares Werken. Als ich auf dem Blog Sätze und Schätze neulich davon gelesen hatte, bin ich neugierig geworden und musste mir das Buch selber besorgen.

Eine Essayreihe von Heinrich Heine also, in der die weiblichen Figuren aus Shakespeares Dramen und Komödien porträtiert werden. Das alleine wäre ja schon lesenswert, aber was das schmale Buch für mich so interessant gemacht hat, war, dass es neben Shakespeares Frauen um alles mögliche andere ging. So finden wir in den Essays auch Heines Gedanken zu so unterschiedlichen Themen wie Dramentheorie, Antisemitismus, Philosophie und Geschichte (insbesondere englische Geschichte), Shakespeare in Musik und Malerei, Shakespeare-Übersetzungen und Shakespeare-Rezeption in Deutschland, um nur ein paar der Streifzüge weg von Shakespeares Frauenfiguren zu nennen.

Mein geliebtes England kommt in den Essays übrigens nicht besonders gut weg. Zum Beispiel, wenn es um die historischen Dramen geht:

„Klio ist immer ein Weib, trotz ihrer parteilosen Kälte ist sie empfindlich für Ritterlichkeit und Heldensinn; und ich bin überzeugt, nur mit knirschendem Herzen verzeichnet sie in ihre Denktafeln die Siege der Engländer.“

(Übrigens, bei diesem Werk ist mein Kindle an seine Grenzen gestoßen. Den Text selber habe ich zwar kostenlos herunterladen können, aber Heine erwähnt immer wieder Kupferstiche der individuellen Frauen, die in meiner Ausgabe leider abhanden gekommen sind. Schade, aber dafür war das E-Book ja auch kostenlos…)

Stratford-upon-Avon

Shakespeares Geburtshaus in Stratford-upon-Avon

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Gelesen

Fundstücke, Nummer 4

Heute nur eine schnelle Meldung von mir mit ein paar knappen und kurzen Links.

Eine interessante Infografik über Todesfälle und Mord in Shakespeares Dramen (via @KatWithSword). Knapper geht es nicht! Der „Bonus“ ganz am Ende gefällt mir besonders gut.

Seit ich im Februar Americanah gelesen habe, habe ich einen leichten girl crush auf Chimananda Ngozi Adichie. Hier ist ein Link zu einem schönen Interview mit der Autorin auf der Webseite von Elle: „Meet Beyoncé’s Favourite Novelist“. Es geht unter anderem um Schreiben, Erzählperspektiven, Feminismus und Heimat.

Bibliothekare und Bibliothekarinnen finde ich ja, wie schon bekannt, sehr cool. Die Fotostrecke ‚This is what a librarian looks like‚ von Kyle Cassidy fand ich deswegen auch sehr schön anzusehen.

So, und jetzt werde ich Pfannkuchen backen. Hier in England ist heute, also am Karnevalsdienstag, nämlich pancake day, um den Beginn der Fastenzeit zu begehen. Und bei solchen Bräuchen mache ich ja immer gerne mit. Mmmh!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Fundstücke

Aufsätze über Shakespeare

Stratford-upon-Avon

Shakespeares Geburtshaus in Stratford-upon-Avon

Manchmal wird die innere Anglistin in mir wach, und ich suche ein paar Aufsätze zu dem einen oder anderen Thema zusammen und lese sie. Diese Woche hatte ich Lust auf Shakespeare und – mein neuster Lieblingsautor – Neil Gaiman* und seine Sandman-Reihe, über die ich ja schon neulich hier auf dem Blog geschrieben habe.

Im Folgenden also mein Literaturwissenschaft-Lesestoff der vergangenen Woche:

Sarah Annes Brown (2009) “’Shaping Fantasies’: Responses to Shakespeare’s Magic in Popular Culture”, Shakespeare, 5:2, 162-176.

Browns These ist dass die Literaturwissenschaft damit aufgeräumt hat, dass ein Dichter ein „divinely inspired prophet“ (S. 163) ist – aber dass eben genau diese Auffassung „is still very much at work within responses to Shakespeare in popular culture“ (S. 163). Um dies zu beweisen, zieht sie drei Werke heran: Neil Gaimans The Sandman, Terry Pratchetts Lords and Ladies (welches ich selber nicht gelesen habe), und die Doctor Who-Folge „The Shakespeare Code“ von Gareth Roberts (sehr sehenswert!).

Im Sandman kommt Shakespeare an drei Stellen vor – und er hat eine wichtige Rolle im Gesamtwerk. (Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, zumal ich selber als Leserin noch in der Mitte der Reihe bin…) Ich habe jedenfalls beim Lesen des Aufsatzes so einiges gelernt und einen neuen Blickwinkel auf Gaimans Werk gefunden.

„In a sense what Gaiman is doing is retrospectively supplying some of Shakespeare’s missing source material, implying genuine supernatural inspiration for his representations of fairies and wizards, creating beings who seem to be authors of our human drama.“  (S. 166)

Annalisa Castaldo (2004) “’No More Yielding than a Dream’: The Construction of Shakespeare in The Sandman”, College Literature 31:4, 94-110.

In diesem Aufsatz geht es über Shakespeares scheinbar zeitlosen Status als Literaturstar und Genie (genius). Castaldo untersucht, was in Neil Gaimans Sandman die Quelle dieses Genies ist:

“Sandman, written by Neil Gaiman, uses Shakespeare to explore the idea that genius is itself a responsibility which leads to burdens almost too great to bear, an idea which reflects both the modern view of genius and the life of Gaiman as he created the comic.” (S. 98)

Generell fand ich diesen Aufsatz gut als eine Einleitung zur Sandman-Serie insgesamt. Und es gab ein paar interessante Einblicke in die Beziehung zwischen Autor und Werk, Neil Gaiman und Shakespeare:

„Like Shakespeare, Gaiman finds himself praised for creating something completely new and innovative, while uneasily aware that most of the plots and characters, and much of the world view, is borrowed from sources now obscured by his creation.“ (S. 107)

————————————————–

*“Lieblingsautor“ sei hier bitte im allerweitesten Sinne verstanden. Ich habe es immer schon schwierig gefunden, eine einzige Autorin oder einen einzigen Autor zu meinem Lieblingsautor(in) zu krönen. Also habe ich immer eine Handvoll Namen im Kopf, die ich bei Bedarf auflisten kann.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gelesen